Seit 20 Jahren ein Bündnis für mehr Handel

 

Friedrichsort - Ein gelungenes einwöchiges Stadtteilfest gab den Anstoß, die Interessen der Geschäftsleute in Friedrichsort zu bündeln. Dieses Bündnis, seit 1999 unter dem Namen "Handels- und Gewerbeverein Pries-Friedrichsort", hält jetzt bereits 20 Jahre und wird am Sonntag im Beisein von Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz im Kulturladen Leuchtturm gefeiert.

 

Gründungsvater Arnold Scho, heute Schriftführer, erinnert sich, wie der damalige Pastor Siegfried Heistermann im Namen des Gesprächskreises die Geschäftsleute angesprochen hat, das Stadtteilfest zu unterstützen. "Die kamen dabei zum ersten Mal zusammen und haben sich kennen gelernt", sagt Scho über den positiven Nebeneffekt. Nach dem gelungenen Fest wuchs bei ihm und Pastor Heistermann ein gemeinsamer Gedanke, "dass es sinnvoll ist, die Interessen zu bündeln". Gedacht, getan. Und so wurde am 6. Juni 1983 der "Industrie- und Gewerbeverband Pries Friedrichsort" mit 24 Mitgliedern gegründet mit dem Ziel, gemeinsam ihre Einkaufsstraße wettbewerbsfähig zu erhalten und zu stärken.

 

Fast gleichzeitig wurde auch ein Werbeausschuss mit 44 Beteiligten eingesetzt, die alle 290 Mark Startkapital einzahlten, um Friedrichsort zu Weihnachten endlich zu beleuchten. Das Anbringen übernahmen die Kaufleute selbst. "Das war ein Horror. Wir haben uns selbst in Gefahr gebracht", erzählt Gründungsmitglied Walter Freitag. Doch der gewagte Einsatz, der mit den Jahren routinierter wurde, trieb die Mitgliederzahlen bis Ende der 80er auf den Höchststand von 70. Danach sank die Zahl allmählich wieder. Heute zählt der Verein 45  Mitglieder. Den Grund dafür sieht Freitag zum einen in der stufenweise Erhöhung des Jahresbeitrags von anfangs 50 Mark auf inzwischen 174 Euro.

 

Mittlerweile organisiert der Handels- und Gewerbeverein nicht nur die Weihnachtsbeleuchtung, sondern seit 18 Jahren auch das Straßenfest und seit vier Jahren das Maibaumfest. 1999 gelang es den Mitgliedern, über einen Gemeinschaftsvertrag mit den Stadtwerken einen günstigeren Strompreis auszuhandeln. Weitere Generalverträge zum Beispiel im Versicherungswesen seien möglich, meint Scho. Solche finanziellen Vorteile seien wichtig, wenn es darum gehe, neue Mitglieder zu werben, die als erstes immer fragen würden: ,,Was habe ich davon?" sagt: Peter Scholtysik, stellvertretender Vorsitzender. Vor allem Jüngere möchte der Verein künftig mit einbinden. Aber Scholtysik will mehr, als die Leute nur übers Geld zu ködern. Seine Vision ist, ein Wir-Gefühl unter den Friedrichsorter zu schaffen. Dazu gehört auch die Vernetzung von Vereinen, Verbänden und Institutionen. Denn er hat festgestellt: "Alle reden übereinander, aber nicht miteinander". Deshalb hat er als FDP-Mann auch das Angebot der CDU angenommen, für die Partei als Mitglied im Ortsbeirat zu sitzen. Ein Mosaikstein, um Sympathien für den Stadtteil zu wecken, ist auch der von ihm eingerichtete Internetauftritt  (www.kiel-friedrichsort.de). Und so ist das künftige Ziel des Vereins: "Kräfte bündeln, zum Positiven für unseren

Stadtteil."                                                                                                                                                                                                                          pkr

 

Wollen am Sonntag kräftig feiern: Arnold Scho, Peter Scholtysik und Walter Freitag

HGV Pries Friedrichsort