Pries-Friedrichsort will keinen P'ort

 

Heftige Diskussionen um neuen Namen für das Einkaufszentrum

 

Friedrichsort - Der Nachtbus fährt auch in der Woche in den Norden. Diese Nachricht, die

CDU-Ratsherr Dietrich Huckriede am Ende der Sitzung am Mittwochabend dem Ortsbeirat

Pries-Friedrichsort überbrachte, sorgte für einen versöhnlichen Abschluss. Zuvor hatte es

im Kulturladen Leuchtturm um den Namensvorschlag für das Einkaufszentrum eine hitzige Debatte

gegeben.

 

Sofern der Handels- und Gewerbeverein Pries-Friedrichsort bei seiner Wahl bleibt, könnten

Hinweisschilder künftig zum Einkaufszentrum "P'ort" führen. Um einen Namen zu finden, hatten

die Kaufleute einen mit 100 Euro dotierten Wettbewerb ausgeschrieben und sich aus über 160

Vorschlägen für "P'ort" entschieden. Ortsbeiratsmitglied und Vorsitzender der Kaufmannschaft

Peter Scholtysik (CDU) nannte ihn "kurz, prägnant und sinnreich". Auch er sei am Anfang

skeptisch gewesen.

 

Doch schließlich habe ihn die Mehrdeutigkeit der Wortschöpfung überzeugt. Abgesehen davon,

dass Pries und Friedrichsort auftauchten, dokumentiere sich darin auch die Wassernähe des

Stadtteils und es sei das plattdeutsche Wort für Pforte/Eingang. Das Tiefbauamt habe signalisiert,

dass der Namen von Größe und Gestaltung her "machbar sei".

 

Die falsche Assoziation war einer der häufigsten Kritikpunkte. "Wenn ich als Fremder nach Friedrichsort

komme und P'ort lese, denke ich an Hafen und bestimmt nicht an ein Einkaufszentrum", formulierte es

ein Zuhörer. Mit dem Wort Einkaufszentrum locke man aber niemanden nach Friedrichsort, entgegnete

Scholtysik. "Die Kaufmannschaft möchte verhindern, dass wir eine Schlafstadt wie Holtenau und

Schilksee werden." Gerügt wurde gleichzeitig das "undemokratische" Verfahren. Die Ankündigung

auf der Tagesordnung einer Namensfindung impliziere eine Suche und nicht eine Präsentation,

kritisierte Volkhard Hanns (SPD). Auch wenn er den Namen gut finde, dies sei keine offene Diskussion mehr.

 

Da der Ortsbeirat noch keine Stellungnahme abgeben wollte, wurde der Tagesordnungspunkt

mit vier Stimmen von CDU (1), Grünen (1) und SPD (2) vertagt. Der Antrag, die

Hinweisschilder nach und in Friedrichsort zu erneuern und zu ergänzen, ging dagegen

einstimmig durch. Zum Teil sind Schilder verwittert oder gar nicht vorhanden, wie zum

Strand, zum Plüschowhafen und ins Zentrum.                                                                                pkr

 

 

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