Drei Tage Kultur, Führungen und Vorträge in den Friedrichsorter Kasematten

 

Ab in die Feste!

 

An der engsten Stelle der Kieler Förde, direkt hinterm Falckensteiner Strand

und mit phantastischem Blick aufs Wasser, liegt die Festung Friedrichsort.

Trotz ihrer gut 350jährigen Geschichte ist die Anlage wenig bekannt, denn

wegen ihrer militärischen Nutzung war sie bis vor zwei Jahren für die

Öffentlichkeit gesperrt. Der Verein der Festungsfreunde will auf die historische

und die denkmalpflegerische  Bedeutung der Anlage aufmerksam machen und öffnet

von Freitag bis Sonntag die Tür.

 

Mitten im Dreißigjährigen Krieg, anno 1632, wurde die Festung von Dänenkönig

Christian IV. auf der Grenze zwischen Schleswig und Holstein unter dem Namen

"Christianspris" gebaut. Von dieser Anlage sind nur noch Teile der Wälle und Gräben

übrig. Denn als Kiel ab 1870 zum Flottenstützpunkt des Deutschen Reiches ausgebaut

wurde, wurden die dänischen Gebäude abgerissen: In Friedrichsort entstanden

6000 Quadratmeter moderner  Kasemattenräume mit Kreuzgewölben, und die öffnen

sich an diesem Wochenende fürs Publikum.

 

Auf die Gäste wartet ein ansehnliches Programm mit Ausstellungen, Musik, Führungen,

Vorträgen und - man höre und staune - sogar mit Ballett. Mit "an Bord" sind die

Industrie- und Handelskammer, die Stadt Kiel, die heimische Wirtschaft, der

Handels- und Gewerbeverein Friedrichsort sowie etliche Kulturschaffende.

 

Am Freitag 29. April, öffnet sich das Tor zur Festung am Ende des Deichweges von

17 Uhr bis 22.30 Uhr, am Sonnabend und Sonntag, 30. April/1. Mai, jeweils von l0 bis 19 Uhr.

An allen drei Tagen sorgt das Team der Forstbaumschule für Speis und Trank.

Eintritt wird nicht verlangt, doch Spenden sind dem Freundesverein immer hochwillkommen.

 

In den Kasematten stellen sich Unternehmen vor, beleuchten Ausstellungen die Geschichte

der Festung und die der schwedischen Stadt Karlskrona gleichermaßen, denn zwischen Kiel

und Karlskrona gibt es historische und wirtschaftliche Parallelen. Studierende der

Muthesius Kunsthochschule haben als "Wegweiser" Rauminstallationen in den Gängen und

historischen Kreuzgewölben geschaffen. An mehreren Orten erklingen klassische Musik und Jazz.

 

Natürlich nutzt der Freundeskreis die Gelegenheit, "das Volk" durch die Feste zu führen.

Am Freitag geht es um 17.15 und 17.30 Uhr nach einem kurzen Einführungsvortrag im Kabellager los,

Sonnabend ab stündlich bis 17.15 Uhr, Sonntag ebenfalls ab 10.15 stündlich bis 15.15 Uhr.

Der Sonnabend bietet zwischen 13 Uhr zudem jede Stunde Vorträge über Wirtschaft, Geschichte und Kultur.

 

Mit einem ganz besonderen Kunst-Stück geht das Programm am Sonntag zu Ende:

Ab 16 Uhr tanzt das Kieler Ballett unter der Leitung von Mario Schröder in mehreren

Festungsräumen, um 17 Uhr erklingt dann noch einmal Musik im Kabellager, um 18 Uhr

enden die Veranstaltungen, und um 19 Uhr schließen sich die Tore bis zum nächsten

Festungs-Fest.                                                                                                                (bl)

 

 

Eindrucksvolle Kreuzgewölbe in den Kasematten bieten reichlich

Raum auch für größere Menschenmengen. An diesem Wochenende

Lockt der Verein der Freunde der Festung Friedrichsort mit einem

Großen Programm an den historischen Ort.                       Foto JKK

 

HGV Pries Friedrichsort