Presseartikel


Sorgen um Zukunft des Einkaufszentrums
14 Leerstände in Friedrichsort -  Hoffnungsschimmer nach Analyse
Kieler Nachrichten 01. Oktober 2011

Pries-Friedrichsort. Der Handels- und Gewerbeverein (HGV) Pries-Friedrichsort sorgt sich um die Zukunft seines Einkaufszentrums. "Wir haben inzwischen 14 Leerstände. Das ist dramatisch", sagt der HGV-Vorsitzender Peter Scholtysik, der das in 25 Jahren vor Ort noch nicht erlebt hat. Dennoch gibt es nach einer internen Standortanalyse auch einen Hoffnungsschimmer.

von Petra Krause
Als Gründe für die Geschäftsaufgaben nenn Scholtysik den Generationswechsel und die zu hohen Mieten. Bei letzerem "ist der Leidensdruck der Eigentümer so groß, dass sie sich bei den Mieten bewegen". Das stimmt ihn positiv. "Da die Mieten runtergegangen sind, ist Friedrichsort wieder ein gutes Pflaster für Existenzgründer." Mit OptimalSehen, coastworxx und einem neuen Team in der Buchhandlung Almut Schmidt hätten sich auch schon drei "echte" Existenzgründer im Stadtteil angesiedelt.
Aber gesenkte Mieten  reichen nicht, um den Standort an der Perepherie zu stärken.  So hat sich der HGV starke Verbündete gesucht. Neben den großen Unternehmen wie vossloh Locomotives, J. P. Sauer & Sohn sowie Conssist, die jetzt auch im HGV Mitglied sind, machen sich auch die IHK und der Landtagsabgeordnete Rolf Fischer (SPD) für den Stadtteil als Einkaufszentrum stark. "So sind wir nicht mehr nur die kleinen Einzelhändler und damit machtvoller gegenüber den politischen Gremien", sagt Scholtysik.
Die Ansiedlung von Möbel Kraft an einem Sonderstandort sieht er kritisch. In der Arbeitsgruppe zum Einzelhandelskonzept, in der er mitgewirkt hat, hieß es, dass die Sonderstandorte nicht mehr ausgeweitet werden sollen. Während die Arbeitsgruppe tagte, habe Möbel Kraft aber schon mit der Stadt Verhandlungen geführt. "Da fragt man sich doch, wozu dann das Einzelhandelskonzept?", so Scholtysik. Zumal Sonderstandorte wie CITTI, Ikea, Plaza oder famila Wik die gewachsenen Stadtteile ausbluteten.

Deshalb gibt seine besondere Aufmerksamkeit jetzt dem Interkommunalen Gewerbegebiet gegenüber dem Erdbeerfeld in Altenholz. Es gebe Bestrebungen der Gemeinde, dort Einzelhandel anzusiedeln. Doch dazu bedarf es einer Nutzungsänderung. Scholtysik fordert im Interesse der Stadtteilentwicklung nördlich des Kanals von der Stadt Kiel, die neben dem Amt Dänischenhagen und der Gemeinde Altenholz Mitbetreiberin des Interkommunalen Gewerbegebietes ist, ein klares Nein zur Nutzungsänderung. "Damit vor allem die inhabergeführten Fachgeschäfte eine Überlebenschance haben und die Urbanität des Stadtteils sichern. Zum Glück aber tut sich etwas bei den ortsansässigen Immobilieneigentümer und den größeren Einzelhandelshäuser, so Scholtysik "Das Glas ist halb voll und nicht halb leer, und im Hintergrund gibt es schon hoffnungsvolle Unruhe."



Peter Scholtysik ist Geschäftsführer des Handels- und Gewerbevereins und hat diese "dramatische" Entwicklung in den vergangenen 25 Jahren noch nicht erlebt. Foto pkr




E-Mail: mail[a]thgv-friedrichsort.de
Internet: www.hgv-friedrichsort.de
Der Stadtteil Pries-Friedrichsort im Internet: www.kiel-friedrichsort.de

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