Im April besuchte Hauptgeschäftsführer Dr. Jörn Biel Unternehmen im Kieler Stadtteil Friedrichsort. Hier informierte er sich über Potentiale, die es zu heben gelte, und erhielt vielfältige Informationen vom Handels- und Gewerbeverein. Die Bandbreite der besuchten Betriebe reichte von Hotels und Restaurants über Einzelhandelsgeschäfte bis hin zu Industrieunternehmen.
J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH
Bei der J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH besuchte Biel, der von Geschäftsbereichsleiter Björn Ipsen begleitet wurde, ein Industrieunternehmen mit einer 126-jährigen Tradition. Dieser Zeitraum steht zugleich für Erfahrung in Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Kompressoren. Sauer Kompressoren sind weltweit im Einsatz. Als führender Anbieter beliefert das Unternehmen die zivile und militärische Schifffahrt sowie die Industrie. „Neben höchster Produktqualität steht das Unternehmen für zuverlässigen und leistungsstarken Service sowie für persönliche Kundenähe“, betonten geschäftsführender Gesellschafter Hendrik Murmann und Geschäftsführer Dr. Edgar Schmitt. Am Standort Kiel sind 225 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen verfügt über Tochterunternehmen in den USA, Tschechien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Indien und China. Ingesamt arbeiten rund 550 Mitarbeiter für Sauer. Der Jahresumsatz liegt bei rund 100 Millionen Euro. Biel zeigte sich beeindruckt von dem weltweit aufgestellten Unternehmen und freute sich, dass mit dem Eintritt von Hendrik Murmann die Unternehmensnachfolge geregelt sei. Der 39-Jährige ist seit einigen Wochen im väterlichen Unternehmen tätig.

Betriebsbesuch bei der J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH (v.li.n.re.): Geschäftsführender Gesellschafter Hendrik Murmann, IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jörn Biel und Geschäftsführer Dr. Edgar Schmitt.
Hotel Kieler Förde
Nächste Station war das Hotel Kieler Förde von Raymund Kempcke am Prieser Strand direkt gegenüber den Werften in Friedrichsort. Die ehemalige „Wartburg“ wurde vor einigen Jahren grundlegend saniert. Vermietet wird überwiegend an Geschäftsreisende und Werftkunden wie an Tagesurlauber. Das familiengeführte Unternehmen hat sich ferner mit traditioneller Küche auf Familienfeiern spezialisiert. Ausführlich diskutierte Biel mit Familie Kempcke über Ausbildungsfragen und stellte die IHK-Projekte „passgenaue Vermittlung“ sowie „Schule – Wirtschaft“ vor.

HK-Besuch bei Familie Kempcke, die das Hotel Kieler Förde am Prieser Strand in Friedrichsort führt.
Restaurant Al Gambero
Bei Valerio de Lucia, dem das Al Gambero gehört, lernte Biel einen außerordentlich engagierten Unternehmer kennen. Der gelernte Koch hat den Betrieb Anfang des Jahres übernommen und fühlt sich in Friedrichsort sehr wohl. „Wer Qualität liefert, muss sich um seine Gäste nicht sorgen“, lacht der Wirt, der in den vergangenen Wochen das Lokal grundlegend neu gestaltet hat. Eine Außenterrasse steht unmittelbar vor der Fertigstellung. Auch als Ausländer habe er mit deutschen Banken überhaupt kein Problem. „Ich überzeuge durch Offenheit und Begeisterung“, freut sich der Italiener und fügt an: „Gerne arbeite ich auch 15 Stunden am Tag.“ Er sei jung und die Arbeit bringe richtig Spaß.

Bei Valerio de Lucia, dem das Restaurant Al Gambero in Friedrichsort gehört, lernte der IHK-Besuch einen außerordentlich engagierten Unternehmer kennen. Links im Bild: Peter Scholtysik vom Handels- und Gewerbeverein Pries-Friedrichsort e.V.
„Utes Teeladen“
Bei Larissa Scholtysik erfuhren die IHK-Gäste eine Menge über Tee. Die Einzelhändlerin hat sich unter anderem auf japanische Teesorten spezialisiert. Vor fünf Jahren hat Scholtysik das Traditionsgeschäft „Utes Teeladen“ übernommen und mit viel Engagement um viele hochwertige Teesorten erweitert. Maritime Geschenke, erlesenes Porzellan und allerlei Zubehör sowie edle Tischwäsche runden das Sortiment ab. Besonders beeindruckt zeigte sich Biel von der Beratungskompetenz der Geschäftsinhaberin.

Larissa Scholtysik, die vor fünf Jahren das Traditionsgeschäft „Utes Teeladen“ übernommen hatte, ging es unter anderem um hochwertige Teesorten.
HOLIDAYLAND Reisebüro Friedrichsort e.K.
Im HOLIDAYLAND Reisebüro Friedrichsort e.K. von Petra Utermöhlen informierte sich der IHK-Chef über aktuelle Reisetrends und vor allen Dingen die Buchungsgewohnheiten der Kundschaft. „Unser Reisebüro trotzt dem Internet recht erfolgreich“, berichtet Utermöhlen. Ihre Kundschaft wolle die Beratung. Das gelte auch für die jüngere Generation. Das Haupturlaubsland der Deutschen sei nach wie vor Spanien. „Das wird wohl auch immer so bleiben“, lacht die erfahrende Reisefachfrau. Aber auch von dem Kreuzfahrthafen Kiel profitiere sie mit ihrem Unternehmen.

Im HOLIDAYLAND Reisebüro Friedrichsort e.K. von Petra Utermöhlen standen unter anderem aktuelle Reisetrends im Vordergrund.
Handels- und Gewerbeverein Pries-Friedrichsort e.V.
Mit Peter Scholtysik vom Handels- und Gewerbeverein Pries-Friedrichsort e.V. erfolgte eine Stadtteilzentrumsbegehung. Im Wesentlichen ging es um die Frage, wie die Geschäftsleute vom starken Besucherstrom Friedrichsort mit seinem Strand Falkenstein profitieren könnten. „Es muss uns gelingen, möglichst viele Stadtteilbesucher hier zu halten“, brachte es Scholtysik auf den Punkt. Dazu könnte auch die Ausdehnung der Bäderregelung auf diesen Stadtteil beitragen, gibt Scholtysik zu bedenken. Dies hatten zuvor auch schon die verschiedenen Gesprächspartner von Biel angeregt. „Vielleicht könnte die Fußgängerzone versuchsweise für den motorisierten Verkehr geöffnet werden“, überlegte IHK-Handelsexperte Björn Ipsen. Aus Sicht des Handels- und Gewerbevereins bietet gerade Friedrichsort gute Möglichkeiten für Existenzgründer. Interessenten sollten sich nicht scheuen, Kontakt zum Verein aufzunehmen. „Bei so viel gemeinschaftlichem Engagement von Industrie, Handel und Gewerbe sollte es gelingen, die Potentiale des Stadtteils zu heben,“ sagte Biel und fand anerkennende Worte für die Aktivitäten des Vereins.

Stadtteilbegehung mit Peter Scholtysik vom Handels- und Gewerbeverein Pries-Friedrichsort e.V. (re.).
Lindenau GmbH, Schiffswerft & Maschinenfabrik
Bei der insolventen Lindenau GmbH, Schiffswerft & Maschinenfabrik gab Geschäftsführer Dieter Kühne einen Überblick über den Stand des Verfahrens und präsentierte stolz den jüngsten Neubau der Werft, den Küstentanker „Ebba 2“ der Cuxhavener Reederei Glüsing. „Ansonsten kämpfen wir um Reparaturaufträge wie um Neubauten“, beschreibt Kühne sein Alltagsgeschäft. Die Rahmenbedingungen seien jedoch nicht optimal.

Bei der Lindenau GmbH, Schiffswerft & Maschinenfabrik sprachen Hauptgeschäftsführer Biel und Geschäftsbereichsleiter Ipsen mit Geschäftsführer Dieter Kühne (Bildmitte). Fotos HK/Michael Legband
|