Presseartikel


"Stadtteil konkreter darstellen"
Kieler Nachrichten 03. Dezember 2010

Pries- Friedrichsort. Nach Meinung des Ortsbeiratsmitgliedes Peter Scholtysik (CDU) stehen die Uhren in Friedrichsort vor allem für die Geschäftsleute auf fünf vor zwölf. Deshalb erläuterte er am Mittwochabend in der Sitzung des Ortsbeirates das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Kiel (INSEKK) und die Auswirkungen auf Pries-Friedrichort. Im Anschluss verfasste das Gremium dazu einen Antrag an den Bauausschuss.

Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Kiel ist die Leitlinie für die Stadtentwicklung. Für Peter Scholtysik "das Grundgesetz, an dem sich die Stadt in den nächsten Jahrzenten orientieren wird". Es diene als Basis zukunftsorientierten Handelns und bedarfsgerechter Investitionen und werde fortgeschrieben. Vor allem sei es aber die Grundlage für Fördergelder vom Land, Bund und der EU. "Wenn Friedrichsort in dem Konzept nicht stattfindet, ist der Zug für uns abgefahren", mahnte er. Er verwies unter anderem auf die vielen Leerstände von Geschäften im Einkaufszentrum und die fehlende Weihnachtsbeleuchtung. "Es bleibt dunkel, weil nicht mehr genügend Leute vorhanden sind, die das in die Hand nehmen könnten." Friedrichsort tauche im Konzept lediglich bei der Festung sowie dem Falckensteiner Strand auf und werde als Nebenzentrum in Sachen Versorgung ausgewiesen. Letzeres greift der einstimmig verabschiedete Antrag auf. Darin wird die Verwaltung beauftragt, "Pries/Friedrichsort als anerkanntes Nebenzentrum im INSEKK konkreter darzustellen und entsprechend zu berücksichtigen, damit diese Aufgabe auch in Zukunft erfüllt werden kann". Außerdem gab das Gremium ein Votum zu dem Vorhaben der Stadt ab, auch in Friedrichsort zwei Streetworker gegen die rechte Szene einzusetzen. Erst kürzlich hatte sich aufgrund vermehrter Vorfälle von Seiten der Rechten ein runder Tisch gegründet. Folglich würde der Ortsbeirat Streetworker begrüßen.

Zum Antrag, ein Teil des Gebietes am Grüffkamp als Wohnbebauung auszuweisen, gab es eine ablehnende geschäftliche Mitteilung des Bürgermeisters Peter Tiodeskinos. Gleichzeitig wird der Ortsbeirat darin auf das Bauland durch die freiwerdende Fläche vom MFG 5 vertröstet. Das Gremium bezeichnete die Mitteilung als "oberflächlich". Zudem sei sie durch das aktuelle Vorhaben des Oberbürgermeisters, dort nur Gewerbe anzusiedeln, unzutreffend, so Scholtysik. Der Ortsbeirat will im Bauausschuss noch mal seine Argumente erläutern.

In Sachen Skaterbahn gab es dagegen Positives zu vermelden. Hier habe es ein erneutes Treffen mit den Skatern unter Beteiligung der Stadt, des SV Friedrichsort und des Skater-Vereins Ahoi gegeben. Nun sollen zwei Skizzen entworfen werden, wie die Anlage aussehen könnte. Die eine sieht eine asphaltierte Fläche mit alten Rampen aus städtischem Besitz vor. Die andere ein bisher in Kiel noch nicht vorhandenes "Bowl", eine Art großes Loch aus Skatermaterial, zusätzlich mit zwei alten Rampen. Entscheidend für die Umsetzung wird allerdings sein, ob die Stadt dafür Geld zur Verfügung stellt. pkr







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