Presseartikel


Chance auf einen Wandel mit kleinen Impulsen
Investitionen und Leuchtturmprojekt sind Grundsteine für positive Entwicklung
Kieler Nachrichten 30. Dezember 2008

Pries-Friedrichsort – Im größten Stadtteil nördlich des Kanals ist 2008 so mancher Grundstein gelegt worden, der zu einer positiven Entwicklung in den nächsten Jahren führen könnte. Und auch mit veränderten rot-grünen Mehrheitsverhältnissen wird der Ortsbeirat über alle Parteiinteressen hinaus weiter seinen Beitrag dazu leisten wollen.

Rückblick
Aus Pries/Friedrichsort

Bilanziert KN-Mitarbeiterin Petra Krause
Schon im Januar gab der US-Konzern Caterpillar im Ortsbeirat bekannt, dass der Löwenanteil der dreistelligen Millioneninvestition in den Standort Pries-Friedrichsort fließen soll. Oswald Schöffel, Geschäftsführer der Caterpillar Motoren GmbH & Co.KG, informierte über bauliche Erweiterungen, die durch den anhaltenden Boom Weltschiffbaumarkt nötig geworden seien. Durch den geplanten Ausbau der Schiffsmotorenfertigung sollen rund 200 neue Arbeitsplätze entstehen. Auch der Schiffskompressor-Hersteller J.P. Sauer&Sohn hat an der Straße Brauner Berg die Montagehalle vergrößert und ein Zwischenlager gebaut. Von all dem verspricht sich der Ortsbeirat auch wirtschaftliche Synergieeffekte für den Stadtteil.

Einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung hatte sich das Gremium insbesondere Handels- und Gewerbeverein Pries-Friedrichsort von der Ausweitung der Bäderregelung auf den Stadtteil erhofft. Zumindest wäre es ein Mosaikstein auf den Weg dahin gewesen, hatte Peter Scholtysik (CDU) damals gesagt. Nur kam in November leider der Negativbescheid. „Für die nächsten fünf Jahre hat man uns damit eines Anreizes beraubt, hier etwas für die Leerbestände tun zu können“, kommentierte er die Entscheidung.

Doch noch in der Sitzung im Dezember gab es dann schon einen Lichtblick oder viel mehr ein „Leuchtturmprojekt“. Denn die neu gegründete Stadtteilinitiative PFIFF (Pries-Friedrichsorter Initiative für Freunde und Förderer des Stadtteils) steckt voller Energie. Initiator Robert J. Kuper hat ähnlich der Initiative Pro Holtenau Bürger zusammen gebracht, die sich weder im Handels- und Gewerbeverein noch in einem politischen Gremium, aber dennoch für den Ort engagieren wollen. Das erste größere Projekt ist die Umsetzung der alten Leuchtturmspitze vom Heinrich-Rixen-Platz in die Einkaufsstraße auf den Platz vor der Förde Sparkasse. Bisher schlängelt sich die Hauptstraße geschickt  am Einkaufszentrum vorbei.  Der Leuchtturm, identitätsbildendes Wahrzeichen für Friedrichsort, stünde auf dem Heinrich-Rixen-Platz im Abseits. Die Versetzung auf den Platz vor die Förde Sparkasse nicht nur deutliches Zeichen - hier ist das Zentrum -, sondern könnte auch eine „Initialzündung für weitere kleine Maßnahmen sein“, meinte Kuper. Ideen dafür habe er schon reichlich, und eine erste Spende von 1000 Euro zur Finanzierung  liegt auch schon vor.  Nun wartet alles auf Antwort aus der Verwaltung, die technischen/baulichen Voraussetzungen sowie die Kosten für eine mögliche Umsetzung zu ermitteln.

Solche kleinen Impulse sind für den Stadtteil wichtig. Denn wie auch die Schilkseer fühlen sich die Friedrichsorter im Rathaus oft vergessen. Dieser Unmut zeigte sich erneut beim Entwurf des VEP (Verkehrsentwicklungsplan).
So hieß es dann in der Erklärung: „Grundsätzlich verspricht die Einführung einer StadtRegionalBahn (SRB) Akzente zu setzen. Nur leider trifft das nicht für den Kieler Norden zu. Denn die derzeitige Planung sieht die Stadtbahn nur bis zu Wik vor. Der Norden wird abgehängt. Die Folgen sind völlig inakzeptabel. Die Anbindung nur durch eine zusätzliche Buslinie ist wenig attraktiv und wird den Kieler Norden in seiner wirtschaftlichen und infrastrukturellen Entwicklung stark beeinträchtigen.“

So werden die Stadtteilpolitiker nicht nur im nächsten Jahr sehr wachsam sein müssen, damit der Stadtteil seine Nahversorgung behält und auch weiterhin attraktiv bleibt. Dabei gilt es auch, die Umwandlung der Realschule Pries und der Integrierten Gesamtschule in eine Gemeinschaftsschule im Blick zu behalten. Auch das alte Olympische Jugenddorf, das dringend renoviert werden müsste oder die sanitären Anlagen auf dem Jugendzeltlager Falkenhorst -  beides lässt sich nur über Spendegelder oder Fördemittel finanzieren – bleiben Themen. Und dann ist da auch noch der Falckensteiner Strand mit seinen diversen Perlen wie der alten Festung. All das muss wieder aufpoliert oder ins rechte Licht gerückt werden, damit Friedrichsort auch weiterhin eine attraktive Leuchtkraft hat.


Die Einkaufsstraße in Pries-Friedrichsort braucht neue Impulse, damit sie nicht an Attraktivität verliert. Fotos pkr


Die sanitären Anlagen beim Jugendzeltlager Falkenhorst sind ebenso renovierungsbedürftig wie das Olympische Jugenddorf. Doch dafür müssen Spendegelder und Fördermittel her.


Die Frage, warum es in Friedrichsort gelbe Säcke statt gelber Tonnen gibt, brachte Architekt Robert J. Kuper auf die Idee, die Initiative PFIFF für den Stadtteil zu gründen.

 

 


Weitere Infos über den Handels- und Gewerbeverein und seine Aktionen gibt es bei Arnold Scho.
E-Mail: info@hgv-friedrichsort.de
Internet: www.hgv-friedrichsort.de
Der Stadtteil Pries-Friedrichsort im Internet: www.kiel-friedrichsort.de

HGV Pries Friedrichsort