| Kiel – Alle Jahre wieder erstrahlen pünktlich zur Adventszeit Lichterketten und Sterne über den Straßen. Doch dieses Mal treibt nicht nur die Händler, sondern auch Politiker in Kiel die Frage um, wer künftig die Kosten der Weihnachtsbeleuchtung tragen soll.
Eine einheitliche Regelung für das Stadtgebiet gibt es nicht. Jahrelang hatte zum Beispiel der Handels- und Gewerbeverein Pries/Friedrichsort die Installation aus dem Budget bezahlt: Doch dieses Jahr, freute sich Vorsitzende Petra Utermöhlen, entschieden sich etwa 50 Geschäftsleute, jeweils bis zu 120 Euro beizusteuern. Während auch die Kaufleute der mittleren Holstenstraße über Kiel-Marketing in der Vergangenheit einen fünfstelligen Beitrag für die Lichtanlagen und Aufhängung gaben, übernahmen die Stadtwerke den Stromverbrauch. Das Unternehmen stiftete, wie berichtet, insgesamt 20000 Euro jährlich auch für die Aufhängung und Wartung der Lichterketten an etwa 30 in den Stadtteilen aufgestellten Weihnachtsbäumen und lieferte den Strom. Die Lichterketten schenkten die Stadtwerke jetzt der Stadt, nachdem sie nach einer Ausschreibung den Betrieb der Straßenbeleuchtung an die swb (Bremer Stadtwerke) verloren hatten. Da die Zugabe nicht Bestandteil des Vertrags war, berechnen die Bremer die Leistung künftig. Zur Sicherung der Beleuchtung springt die Stadt, wie berichtet, in die Bresche: Für den Haushalt 2008 wurden dafür vorsorglich 12000 Euro angemeldet. Wie es künftig aussehen soll, steht jedoch in den Sternen.
Von irgendwelchen Lichtspenden ausgenommen war dagegen schon immer der Förderkreis Kieler Altstadt und Karstadt am Alten Markt: Catrin Tschepel, Geschäftsführerin des Förderkreises Altstadt, wies gestern darauf hin, dass Händler und Immobilienbesitzer dieses Jahr 5000 Euro sammelten, um Sterne leuchten zu lassen.
Eigentlich sollte ein großes Lichtspektakel Kunden ins Stadtzentrum locken – im Rahmen eines PACT-Bündnisses (Partnerschaft zur Attraktivierung von City- und Tourismusquartieren) von Einzelhändlern und Grundstückseignern. Die Weihnachtsbeleuchtung war dabei nur ein kleiner, wenn auch wichtiger Bestandteil des angepeilten einheitlichen Lichtkonzepts vom Alten Markt bis zum Sophienhof. Doch seit vor allem Grundstückseigner widersprochen hatten, liegt die Initiative zur Aufwertung der Innenstadt auf Eis. In Elmshorn dagegen schob eine PACT-Initiative eine Großinvestition in einen Advents-Lichterzauber an, der seit einer Woche nach Aussagen vom Stadtmarketing Elmshorn durchweg positiv ankommt. Eine gute Weihnachtsbeleuchtung macht die Innenstädte attraktiv und stärkt den Wettbewerbsvorteil gegenüber den Randgebieten, ist auch Michael Zeinert, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), überzeugt. Als Leiter der PACT-Initiative hatte er über eine Umfrage unter 77 City-Eigentümern versucht, den Gründen der Ablehnung auf die Spur zu kommen. Doch der – recht magere – Rücklauf habe kein eindeutiges Ergebnis hervorgebracht. In persönlichen Gesprächen will die Lenkungsgruppe die Eigentümer vom Nutzen des Projekts überzeugen, um dann am 20. Dezember über das weitere Vorgehen zu beraten. Eins ist aber sicher: Es wird einen zweiten PACT-Anlauf geben.
Von Martina Drexler
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