Presseartikel



Umsetzng der PACT-Gesetzgebung
KielerAnzeiger August 2007

Pries-Friedrichsort – Es tut sich was in Pries-Friedrichsort in Bezug auf die Umsetzung der PACT-Gesetzgebung. Unter Federführung der KIWI traf sich die frisch gebildete Lenkungsgruppe zum ersten Mal zu einem Vor-Ort-Termin in Friedrichsort, um bei der Begehung der Einkaufsstraßen neue Ideen zu entwickeln und die Machbarkeit bestehender Vorschläge zu prüfen.
„Die Lenkungsgruppe besteht aus zehn Einzelhändlern, Grundstücks- und/oder Immobilieneignern, Vertretern des Handels- und Gewerbevereins Pries-Friedrichsort e.V. (HGV) plus Vertretern der Kiwi und Kiel Marketing“, erklären Petra Utermöhlen, Vorsitzende des HGVs, und Peter Scholtysik, im Verein zuständig für das Thema PACT.
„Es gibt viele Schmuddelecken im Stadtteil“, sagt Petra Utermöhlen. Ungepflegt würden manche Ecken, Bürgersteige und Straßenzüge aussehen durch Kippen, Glasscherben, Papier, Obstreste, Schmutz und mehr auf dem Fußweg oder direkt vor den Geschäften. „Mit nur ein paar Minuten Zeit und einem Besen könnten man da direkt Abhilfe schaffen“, sagt die Vorsitzende, die sich über die „für ein Einkaufszentrum unwürdige, ungepflegte Situation“ ärgert. Verstärkt wird der erste Eindruck auch durch die „zum Teil wild wuchernden Rabatten wie am Schanzenparkplatz“, so Utermöhlen. „Dort sieht man hinter den Rabatten kaum noch die Geschäfte“, sagt sie. Auch die Situation hinter den Häusern der Friedrichsorter Straße – die zum Dänischen Wohld hinausgehen – gefällt ihr optisch nicht. „Auch da müsste mal etwas getan werden“, sagt die Vorsitzende.
Weiterhin sind der Lenkungsgruppe die Leerstände im Stadtteil ins Auge gefallen. „Positiv ist, dass einige Geschäfte schon wieder vermietet sind“, erklärt jedoch Scholtysik. So wird Kloppenburg übergangsweise in den alten, leer stehenden Schleckermarkt ziehen, bis die eigentliche Filiale umgebaut wurde und die Volksbank wird sich im Mollenhauer-Gebäude ansiedeln.
Ebenfalls positiv: „Dort wo private Initiative stattfindet, fällt das Straßenbild positiv auf“, gibt Scholtysik den Tenor aus der Lenkungsgruppe weiter. Sprich, die Blumenkübel der Stadt Kiel, die von einzelnen Geschäftsleuten gepflegt werden, fallen ebenso positiv auf, wie viele andere kleinere Ansätze. „Das sorgt für Nachahmer.“
Es gibt aber auch viele nicht so schöne Ansichten, wie der des Brunnens am Nordkopf, der schon seit Jahren nicht mehr funktioniert und zum Mülleimer verkommen ist. „Hier muss etwas getan werden“, sagt Petra Utermöhlen. Auch, um den Platz am Nordkopf aufzuwerten. „Wir könnten uns ein Open Air Café vorstellen, dass dort in den Sommermonaten mobil seinen Stand aufschlägt“, sind erste Vorstellungen von Petra Utermöhlen. Eine andere Idee aus der Lenkungsgruppe wäre, den Wochenmarkt auf den Platz zu verlegen. „Das hätte viele Vorteile“, überlegt Petra Utermöhlen. Der Platz würde aufgewertet, die Händler wären näher dran am Kunden, der in der Einkaufsstraße einkauft, beziehungsweise hätten dadurch eventuell sogar noch mehr Laufkundschaft und die Straße würde sich damit zu einer richtiggehenden Flaniermeile entwickeln.
Doch bis es soweit ist, wird noch einige Zeit ins Land gehen: „PACT-Maßnahmen sind nicht kurzfristig umsetzbar“, erklärt Scholtysik. Rund zwei Jahre wird es dauern, Finanzierbarkeit, Träger, Zuschüsse und ähnliches zu prüfen, die Maßnahmen der Ratsversammlung vorzustellen, einen Beschluss abzuwarten, bis die Verordnung zum Tragen kommt. „Erst dann ist sie öffentliches Recht“, klärt er auf. Damit muss sich der HGV in diesem Jahr von der Idee, die Weihnachtsbeleuchtung als PACT-Maßnahme zu finanzieren, verabschieden. „Wir suchen nun nach alternativen Lösungen“, sagt Petra Utermöhlen. Kurzfristig sollen nun alle Geschäfte angeschrieben werden, die von der Beleuchtung profitieren. „Sie werden gebeten, einen Obolus dazuzugeben“, sagt die Vorsitzende. Reicht das Geld am Ende, wird es die Beleuchtung geben.
Langfristig könnte die Beleuchtung über die diskutierte Idee eines Winterdienstes mitfinanziert werden. „Wir überlegen, ob wir einen Dienst schaffen, der alle Bürgersteige und Einfahrten im Winter vom Schnee säubert, damit man trockenen Fußes über die Straßen gehen kann“, erklärt Petra Utermöhlen. „Denn nicht jeder kommt seiner Kehrpflicht gut nach.“ Ergänzt werden könnte das Angebot durch einen Sommerdienst, bei dem die Straßen und Gehwege extragereinigt werden. Durch PACT sollen alle Grundstückseigener an dieser Maßnahme beteiligt werden. „Dadurch wird das Stadtbild sauberer!“



Die Rabatten am Schanzenparkplatz verhindern die Sicht auf die Geschäfte.


Ungepflegt wirken viele Ecken im Stadtteil. So auch der Brunnen. Seit Jahren ist der kaputt und wird als Mülleimer missbraucht.

 

Infos über den Handels- und Gewerbeverein gibt es beim HGV Pries-Friedrichsort e.V., Zum Dänischen Wohld 23, 24159 Kiel.
Tel.:0431/2597477
E-Mail: info@hgv-friedrichsort.de
Internet: www.hgv-friedrichsort.de
Der Stadtteil Pries-Friedrichsort im Internet: www.kiel-friedrichsort.de

HGV Pries Friedrichsort