| Pries-Friedrichsort – Nach dem Fest ist vor dem Fest. Das alte Motto gilt auch für die Verantwortlichen des Handels- und Gewerbevereins Pries-Friedrichsort e.V. (HGV), die die Wochen nach dem Leuchtturmfest über Erfolge und neue Ziele diskutieren. Ganz neue Wege möchte der HGV beim Beachvolleyball-Cup am Falckensteiner Strand gehen – und verpasste der Strand-Aktion daher erst einmal eine kreative Auszeit. Kräftig voran schreiten die Pries-Friedrichsorter Geschäftsleute und Grundstücksbesitzer hingegen bei der Überlegung neuer PACT-Maßnahmen.
Ein arbeitsreicher und kreativer Sommer steht den Mitgliedern des Handels- und Gewerbeverein bevor. „In den kommenden Wochen gilt es das Leuchtturmfest auszuwerten, neue Ideen für das kommende Jahr zu entwerfen und erste Kontakte zu knüpfen“, zählt Petra Utermöhlen auf. Im Großen und Ganzen sei das Fest mit Jahrmarkt, Flohmarkt und verkaufsoffenem Sonntag sehr gut verlaufen. „Ich habe viele positive Rückmeldungen von Besuchern, Kunden, Geschäftsleuten und Einheimischen erhalten“, sagt sie. Besonders gelobt wurden die Stimmung und die Atmosphäre während der Festtage sowie die Kinderaktionen. Die sollen nach Wunsch des HGV und seiner Mitglieder im kommenden Jahr noch verstärkt werden.
Auch die „wandelnden Leuchttürme“ kamen bei den Besuchern und vor allem den Kindern gut an. „Die würde ich gerne im kommenden Jahr als eine Art laufender Info-Turm wieder einsetzen“, überlegt die Vorsitzende. Die Kunsthandwerker-Stände wird es so wohl im nicht mehr geben. Dafür könnte sich weitaus mehr Kleinkunst in der Friedrichsorter Straße und den Straßen Zum Dänischen Wohld und An der Schanze tummeln. „Die Drehorgelspielerin, der Luftballon-Künstler und die Akkordeon-Spielerin sind bei den Besuchern sehr gut angekommen“, sagt Petra Utermöhlen, die das Leuchtturmfest gerne mehr in ein Straßenfest mit einem Schuss Kultur verwandeln würde. „Wir könnten eventuell eine Bühne aufbauen und dort die Tanz- und Musikgruppen auftreten lassen“, überlegt sie. Auch soll das Radrennen am Sonntag noch stärker in das Geschehen miteingebunden werden. „Wie, darüber müssen wir mit den Verantwortlichen in den kommenden Monaten sprechen“, sagt sie.
Was der HGV-Vorstand sich ebenfalls für den Sommer auf die „Zu tun“-Liste geschrieben hat, ist die Auswertung der Umfrage, die während des Leuchtturmfestes gemacht wurde. „Wir wollten von den Menschen wissen, wie wohl sie sich in Pries-Friedrichsort fühlen, wie zufrieden sie mit den Geschäften und der Kinderfreundlichkeit sind, ob sie hier einkaufen und bummeln gehen, was sie nicht hier einkaufen, was ihnen in Friedrichsort fehlt“, fasst Petra Utermöhlen den Fragebogen zusammen. Ein ganzer Stapel voller ausgefüllter Bögen wartet auf die Vorsitzende. „Beim ersten Durchlesen lässt sich sagen, dass sich die Pries-Friedrichsorter in ihrem Stadtteil wohl fühlen und mit dem Einkauf-Angebot recht zufrieden sind“, sagt sie. Vorhanden sei alles, was die Bürger für den täglichen Bedarf benötigen. Positive Antworten gab es auch hinsichtlich der Kinderfreundlichkeit. Was fehlt seien jedoch ein Café und ein Kino, so zwei der immer wieder genannten Wünsche der Bewohner. „Ein genaueres Ergebnis werden wir in den kommenden Wochen haben“, verspricht Petra Utermöhlen.
Einige Wünsche der Bürger könnten vielleicht mit Hilfe der PACT-Initivative Pries-Friedrichsort in den kommenden Jahren in Erfüllung gehen. PACT bedeutet Partnerschaften zur Attraktivierung von City-, Dienstleistungs- und Tourismusbereichen. Eine solche Initiative gibt es in Kiel nur an drei Orten. Die Friedrichsorter Initiative liegt hinter der City und vor der Holtenauer Straße an zweiter Stelle. Zusammen mit Immobilieneignern und Gewerbetreibenden im Stadtteil will der HGV Aktionen vorantreiben und finanzieren, um Pries-Friedrichsort damit attraktiver zu machen. „Im Mai haben wir während einer Sitzung mit der KIWI und der Stadt Kiel eine zehnköpfige Lenkungsgruppe aus HGV-Mitgliedern, Geschäftsleuten, Immobilieneigner, der Stadt und der KIWI gebildet, die Ideen für den Stadtteil entwickelt“, erzählen Petra Utermöhlen und der PACT-Fachmann im HGV, Peter Scholtysik. Anfang Juli trifft sich die Gruppe zu einem Ortstermin in Friedrichsort, um direkt vor Ort die ersten Ideen wie ein Arkadenbau, die Weihnachtsbeleuchtung oder eine Bimmelbahn weiter voran zu bringen. „Dabei wird es sicherlich neue Anregungen geben“, sagt Scholtysik und klärt noch einmal auf: „PACT heißt nicht, dass immer alle an einem Strang ziehen müssen“, sagt er. Auch kleinere Aktionen, die nur eine Häuserzeile oder eine Straße betreffen, können PACT-Maßnahmen sein. So wollen zum Beispiel im kommenden Frühjahr als eine erste Maßnahme die Geschäfte von Utes Teeladen bis Eis Neitsch (An der Schanze) sich Rosen vor die Tür pflanzen und damit die Attraktivität der Ladenzeile verbessern. „Hier ziehen zwei Immobilieneigner an einem Strang für eine Verschönerung Friedrichsorts: Das heißt PAKT.“
Die größeren Maßnahmen befinden sich jedoch noch in der Anfangsphase. „Die Umsetzung wird wohl einige Jahre dauern“, sagt Scholtysik, dennoch froh über die ersten, großen Schritte der Lenkungsgruppe, realistisch. „Dafür werden wir auch lange von der Attraktivitätssteigerung des Stadtteils profitieren.“
Der Willen, sich für die Verschönerung ihres Stadtteils zu engagieren, ist laut Petra Utermöhlen bei den Bewohnern und Geschäftsleuten in Pries-Friedrichsort durchaus vorhanden. „Das beginnt im Kleinen“, findet sie. Wie bei den Blumenkübeln. Das Grünflächenamt der Stadt hat im Stadtteil einige bepflanzte Kübel vor den Geschäften aufgestellt, deren Inhaber sich bereit erklärt haben, sich um die Blumen zu kümmern. „Diese Verschönerungen wecken bei anderen Begehrlichkeiten“, weiß sie. Mit dem Resultat, dass sich weitere Geschäfte um Blume-Patenschaften bemühen oder sich eigene Kübel vor die Geschäfte stellen. „Davon profitiert die gesamte Einkaufsstraße.“
Solche Aktionen, mit denen die Attraktivität des Stadtteils wachsen soll, müssen jedoch gut durchdacht und gut geplant werden. Und dazu braucht es eine Menge Helfer. „Wir haben im HGV nicht die Kapazitäten, um den Beachvolleyball-Cup in diesem Jahr und in dem Ausmaß wie in den vergangenen Jahren am Falckensteiner Strand so zu organisieren und durchzuführen, wie wir das gerne wollen“, sagt die Vorsitzende. Lieber verzichtet der HGV daher auf dieses Event als etwas „abzukupfern“. „Wir wollen etwas Besonders bieten.“ Um den Beachvolleyball-Cup ab kommendem Jahr wieder langfristig auf stabile Beine zu stellen sucht der HGV zurzeit Kooperationspartner. Erste Gespräche laufen bereits.
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