| |
Im Großen und Ganzen zufrieden
Friedrichsorter Leuchtturmfest
Kieler Anzeiger Juni 2007
| „Man wünscht sich zwar immer eine noch bessere Resonanz, doch im Großen und Ganzen sind wir mit dem Zuspruch für unser Fest zufrieden.“ Positive Worte sind es, die Petra Utermöhlen, Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins Pries-Friedrichsort (HGV) für das zweite Friedrichsorter Leuchtturmfest – organisiert vom HGV – findet. Drei Tage lang wurde in dem Stadtteil nördlich des Kanals gefeiert.
Am Freitag eröffnet der Jahrmarkt das Leuchtturmfest. Auf dem Heinrich-Rixen-Platz versammeln sich Jung und Alt rund um Karussell und Autoscooter, Kinderfahrgeschäft und andere Büdchen. „Der Heinrich-Rixen-Platz ist wie geschaffen für einen Jahrmarkt, weil er mit den Buden darauf so überschaubar und gemütlich wirkt“, sagt Petra Utermöhlen. Die Eltern und Großeltern sitzen in der Mitte des Platzes auf Bänken bei Wurst und kalten Getränken, die Jugend vergnügt sich derweil unter den Blicken der Großen bei den Fahrgeschäften. „Zweimal“ sind Laura (11) und Freundin Hanna (10) bereits mit dem Karussell gefahren. „Und uns ist nicht schlecht geworden.“ Lina (11) zieht es vor, auf ihre Schwester und Freundin zu warten. Ein Dreier-Hut aus Luftballons schweißt die Drei später wieder zusammen. Auf dem Jahrmarkt rund um den Leuchtturm, dem Wahrzeichen Preis-Friedrichsorts, zieht ein anderer Leuchtturm seine Kreise. Jocha Smith aus Friedrichsort hat sich trotz der Sonne in ein rot-weiß gestreiftes Ganz-Körper-Kostüm geworfen. „Die Erwachsenen halten mich mit dem Kostüm immer für einen Ritter oder etwas anderes Mittelalterliches“, sagt er verwundert. Vielleicht liegt es am fehlenden Leuchtfeuer über dem Kopf. Die Kinder jedoch sind schlauer, winken ihrem Leuchtturm beim Gang durch die Einkaufsstraße vergnügt zu und werden mit Gutscheinen für die Fahrgeschäfte belohnt.
Trotz des Einsatzes des Leuchtturms in der Friedrichsorter Straße bleibt der Sonnabend eher ruhig. Nur einige wenige Geschäfte haben ihre Tische draußen aufgebaut und beteiligen sich an der Treibgut-Aktion, die der Handels- und Gewerbeverein für die Geschäftsleute initiiert hat, um Lagerbestände zu günstigem Preis zu verkaufen. „Es ist schwer, alle mit ins Boot zu holen“, sagt Petra Utermöhlen bedauernd. „Wir können als HGV nur eine Idee anbieten, mit Leben füllen müssen die Geschäftsleute diese selbst“, sagt die HGV-Vorsitzende. Dennoch: „Ich habe von den Geschäftsleute sehr positive Resonanz erfahren“, sagt sie. Beim Bekleidungsgeschäft Baloon finden die im Preis herunter gesetzten Kleidungsstücke schnell Fans, ebenso beim Juwelier Herrmann, bei Utes Teeladen und Eis Neitsch sowie anderen Läden, die sich an der Aktion beteiligen. „Bei uns war immer volles Haus“, sagt Larissa Scholtysik, die zur Teeverkostung einlädt. Beim Spiel- und Fahrradgeschäft Bichel kommen alle zum Zug, die günstig Spielzeug suchen. „Wir haben die Preise gut gesenkt“, sagt Edith Bichel. Gemeinsam mit einer Freundin verkauft sie ihr Treibgut und bieten den Kunden Kaffee und Kekse an. Dennoch, auch sie hätte mehr Zuspruch erwartet. Zumindest die Kinderspielaktionen im Hof sind gut angenommen worden.
|
|
„Es wirkt leer und dürftig“, urteilen zwei Besucher, die extra aus Schilksee zum Leuchtturmfest gekommen sind. Auf die Kunsthandwerker-Stände hatten sie sich am meisten gefreut, doch die waren nur schwer zu finden. „Es haben ganz viele Kunsthandwerker spät abgesagt, weil wir am Sonnabendmorgen Regen hatten“, sagt Petra Utermöhlen bedauernd. Dass sich am Sonnabend auch wenige Besucher nach Pries-Friedrichsort verirrten mag daran gelegen haben, dass am Wochenende etliche Parallelveranstaltungen wie das Fest der Biere, der G-Move, die Heringstage und andere lagen sowie daran, dass viele die Brückentage um Himmelfahrt zu einem Kurzurlaub genutzt haben. „Das Fest muss sich erst etablieren und das geht nicht so schnell“, urteilt die HGV-Vorsitzende. Man bemühe sich, in jedem Jahr wieder neue Aktionen einzuführen und die Veranstaltung somit immer attraktiver zu machen.
Dass das klappen kann haben die Geschäftsleute rund um den Kulturladen Leuchtturm bewiesen. Teeverkostung, Kinderschminken, Malen, Musik von Akkordeon bis Leierkasten, Tanzgruppen und mehr wurden den Besuchern geboten. Der Wochenmarkt erweist sich in diesem Bereich ebenfalls als Besuchermagnet. In all dem Trubel behält Marko Kristandt absolute Ruhe. Das muss er auch, denn er ist mit seiner Würgeschlange, einer 22 Kilo schweren Tigerpython um den Hals, unterwegs, um Werbung für das Geschäft „Exzootik“ zu machen. Eine dicke Traube bildet sich um den Mann, alle wollen die Schlange anfassen. Selbst ein kleiner Knirps scheut sich nicht und greift beherzt zum Schwanz. „Die fühlt sich ganz weich und glatt an“, staunen die Kieler.
Mut erfordert es einige Schritte weiter ebenfalls. Am zwölf Meter langen Bus der Initiative Männersache können sich Über-40-Jährige Blut als Prostatakrebsvorsorge abnehmen und dieses untersuchen lassen. „Das sollte man ab 40 Jahren regelmäßig machen“, sagt Urologe Dr. Bernt Göckel-Beining. Denn rund 12.000 Männer sterben jährlich in Deutschland an Prostatakrebs. Nur 15 Prozent aller Männer gehen zur Vorsorge. Dass man den Krebs durchaus heilen kann, wenn er früh erkannt wird, weiß auch Turnerlegende Eberhard Gienger. Ein Verwandter war an Prostatakrebs erkrankt. Ein Grund für den mehrmaligen deutschen Meister und Weltmeister sich für die Initiative des Berufsverbandes Deutscher Urologen einzusetzen, um die Männer für ihre Gesundheit zu sensibilisieren. Mit seinem Namen und einer Turnshow sorgt er während des Leuchtturmfestes für Aufmerksamkeit, will die Männer zum Bus holen. Und das gelingt. Wie wichtig das ist, zeigen die ersten Bluttest. „Es haben sich bei einigen Auffälligkeiten ergeben“, sagt der Urologe. Ein Gang zum Urologen, dem Männerarzt, scheint für Männer ab 40 Jahren eben ratsam. Reine Vorsichtsmaßnahme.
Eine Vorsichtsmaßnahme haben auch Feuerwehr und Polizei am Sonntag ergriffen. Sie sperrten für die Radrennen die Straßen großzügig ab. Sicherheit geht vor, denn die Profi-Sportler düsen mit Geschwindigkeiten von 70 km/h über den einen Kilometer langen Rundkurs. Dass der durchaus spannend und sportlich herausfordernd ist, haben die Radler im vergangenen Jahr bereits angemerkt. Mit dem Ergebnis, dass in diesem Jahr über 220 Teilnehmer das Rennen um den „Großen Preis der Eckernförder Bank eG Volksbank-Raiffeisenbank“ – organisiert von Ralph Krüger vom USC, Martin Ehmke von der Eckernförder Bank eG Volksbank-Raiffeisenbank, Carsten Höneise und Petra Utermöhlen vom HGV – mitmachen wollten.
Großen Zuspruch erhalten auch der Flohmarkt und der verkaufsoffene Sonntag. Nach dem Ausschlafen brummelt es plötzlich in der Einkaufsstraße. Trödel, Spielsachen, Bücher und Co. werden zu begehrten Handelsobjekten und es wird gefeilscht, was nur geht. Zum Schluss landen die Verantwortlichen – nebst Leuchtturm – wieder dort, wo das Leuchtturmfest begann: Auf dem Jahrmarkt. „Der Sonnabend war stellenweise sehr ruhig, doch im Sonntag steppte hier der Bär“, gibt sich Petra Utermöhlen ganz zufrieden mit dem Ergebnis des zweiten Leuchtturmfestes. „Darauf lässt sich für nächstes Jahr gut aufbauen.“
|
|
Weitere Infos über den Handels- und Gewerbeverein und seine Aktionen gibt es bei Petra Utermöhlen, HGV Pries-Friedrichsort e.V., Zum Dänischen Wohld 23, 24159
Kiel.
Tel.:0431/39077
E-Mail: info@hgv-friedrichsort.de
Internet: www.hgv-friedrichsort.de
Der Stadtteil Pries-Friedrichsort im Internet: www.kiel-friedrichsort.de |
|
|