| Pries-Friedrichsort – Wer es schafft, als Bürgermeister aus seinem 1800-Seelen-Dorf das Mekka der Heavy-Metall-Fans zu machen und dafür sorgt, dass alle davon profitieren, ist prädestiniert, beim 2. Falckensteiner Unternehmergespräch eine Rede zu halten.
Hans-Jörn Arp (MdL), Vizepräsident der IHK zu Kiel und Bürgermeister in Wacken, hatte tatsächlich ein Paar Ideen mitgebracht. Die Frage: Lässt sich der Industriestandort Friedrichsort auch für Touristen erschließen?
Beim Abendessen im Landgasthof Falkenhorst, gesponsert vom Pächter Wolfgang Hein, wollte der Handels- und Gewerbeverein Pries-Friedrichsort (HGV) Anstöße bekommen, wie man sich ein Stück vom Tourismus-Kuchen abschneiden kann. Hans-Jörn Arp wusste, was es dazu braucht: Ein Alleinstellungsmerkmal, das professionell vermarktet wird. Was also kann man den Touristen in Friedrichsort bieten, was er anderswo nicht bekommt? Und bevor er angereist war, hatte er sich dazu schlau gemacht. „ Sie haben hier Werften, international bekannte Unternehmen und einen wunderschönen Naturstrand“, sagte Arp. „ Doch in unserer schleswig-holsteinischer Art sind wir zu bescheiden, um mit dem zu prahlen, was wir haben.“ Er selbst sei vor sieben Jahren das letzte Mal hier gewesen, was er sehr bedauere. Denn „Friedrichsort ist wahrscheinlich der schönste Stadtteil von Kiel“. Doch dass er nicht um die Schätze hier gewusst habe, zeige auch, dass sie nicht genügend nach außen transportiert worden seien. Der Slogan für Friedrichsort könnte lauten: „Arbeiten, wohnen und leben am Wasser.“ Damit sei man in einem Boot mit Hamburg. Nun gelte es, sich über spezielle Pakete für die Zielgruppen Best Ager, Familien mit Kindern und sportliche Typen Gedanken zu machen.
Dies nahm HGV-Vorsitzende Petra Utermöhlen dankbar an. Der HGV sei bereits dabei, einen Image-Flyer für Friedrichsort zu erarbeiten. Außerdem sei man im Gespräch mit Kiel Marketing, um solche Angebote, wie zum Beispiel den Besuch der ortsansässigen Werften, zu organisieren. Doch sie mahnte auch Geduld: „Das sind alles Dinge, die seine Zeit brauchen.“
Von Petra Krause
|