Presseartikel



Handels- und Gewerbeverein Pries-Friedrichsort e.V. (HGV)
Kieler Anzeiger Dezember 2006

Pries-Friedrichsort – „Wenn wir Geschäftsleute in Friedrichsort weiterhin Erfolg haben und Kunden zu uns in den Stadtteil holen wollen, dann müssen wir stärker zusammenarbeiten.“ Das ist die Meinung von Petra Utermöhlen, Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins Pries-Friedrichsort (HGV). Eine schnelle Einigkeit soll es nach Wunsch des Vereins – „besonders im Hinblick auf den Wegfall gesetzlicher Ladenschlusszeiten“ – in der Frage gemeinsamer (Kern-)Ladenöffnungszeiten geben. Darüber wollte der HGV in seiner jüngsten Sitzung mit allen Geschäftsleuten diskutieren.
„Die Sitzung war relativ gut besucht“, sagt Petra Utermöhlen. Der Handels- und Gewerbeverein hatte rund 105 Einladungen zur gemeinsamen Diskussionsrunde in Friedrichsort verschickt – rund 25 Geschäftmänner und -frauen waren gekommen. „Nicht nur HGV-Mitglieder“, betont die Vorsitzende. Doch bevor es an das Thema Ladenöffnungszeiten ging, warf Unternehmensberater Thomas Grunewald aus Hamburg, der auf Einladung des Vereins einen Vortrag hielt, einen Ausblick auf den Einzelhandel der Zukunft. Nach seinen Worten sieht die Entwicklung bis 2015 für die Geschäftsleute in dem Stadtteil im Norden Kiels nicht gerade rosig aus.
Thema ist der demografische Wandel und seine Bedeutung auf den Einzelhandel. „So wird die Gesellschaft künftig zahlenmäßig immer kleiner und älter“, erklärt Grunewald. Daher müssen sich Geschäftsleute schon jetzt auf sich ändernde Ansprüche und Bedürfnisse einstellen. Der einzelne Mensch wird immer weniger konsumieren, weil er deutlicher mit seinem Geld haushalten muss. Die Wohn-Nebenkosten werden steigen, die Absicherung fürs Alter wird wichtiger als der Konsum, nennt Grundwald einige wichtige Punkte. Während günstige Discounter eine Zukunft haben werden, sind die Aussichten für den Fachhandel deutlich schlechter. „Hier müssen wir als Gemeinschaft eingreifen und uns gegenseitig helfen“, sagt Petra Utermöhlen. Denn als Einzelkämpfer wird man dem Wandel nicht begegnen können. „Wir müssen auf die lokalen Stärken unseres Stadtteils setzen“, erklärt die Vorsitzende, die sich von Grunewalds Vortrag bestätigt fühlt. „Dank unserer kostenlosen Parkplätze, der vielfältigen Auswahl an verschiedenen (Fach-)Geschäften, unserem attraktiven Stadtteil-Zentrum allgemein und der Tatsache, dass alle Geschäfte, Ärzte, Schulen, Kindergärten und Co. zu Fuß oder mit dem Rad schnell und gut erreichbar sind, haben wir in Friedrichsort einen großen Vorteil“, sagt Petra Utermöhlen. „Damit können wir Kunden auch aus dem Umland anziehen.“ Doch eben diesen Vorteil dürften sich die Geschäftsleute nicht verspielen. „Viele Gemeinden im Umland und Stadtteile ziehen nach und schaffen eigene gute Einkaufsmöglichkeiten, was dazu führt, dass bei uns die Kundenzahlen sinken“, sorgt sich die Geschäftsfrau. Gegen diesen Trend hilft nur gemeinsames Vorgehen, um damit die Vorteile des Stadtteils und die attraktive Geschäftemischung zu erhalten.
„Eine gute Zusammenarbeit fängt mit gemeinsamen Öffnungszeiten und Werbung an“, schlägt dann Grunewald den Bogen von seinem Vortrag zum eigentlichen Thema. „Kunden wollen Verlässlichkeit und Kontinuität“, wirbt auch Petra Utermöhlen für gemeinsame Kernöffnungszeiten. „Einige Geschäfte haben Mittwochnachmittag zu, einige haben mittags geschlossen, andere wiederum haben durchgehend auf. Und auch abends sind die Ladenschließzeiten unterschiedlich“, sagt sie. Fazit: Die Kunden stehen des Öfteren vor verschlossenen Türen. „Somit vergrault man sich die Kundschaft“, stellt Petra Utermöhlen fest. „Die muss doch sicher sein können, dass alle zwischen beispielsweise 9 und 18 Uhr geöffnet haben.“ Daher wünscht sich der HGV wenigstens gemeinsame Kernöffnungszeiten. Ebenfalls an einem Strang ziehen sollten alle Geschäftsleute, wenn sich die Idee eines „langen Dienstags“ im Unterschied zum langen Donnerstag in der Innenstadt, die in der Diskussion aufkam, durchsetzen sollte. Diese Gedanken stoßen nicht bei allen Anwesenden auf Enthusiasmus. „Mittwochs nachmittags aufzumachen können wir uns gar nicht leisten, dazu fehlt uns das Personal. Das lohnt sich finanziell nicht“, kommen Gegenargumente. „Über das Thema müssen wir in den kommenden Wochen noch einmal intensiv diskutieren“, sagt die Vorsitzende. Denn nur mit der Entscheidung der anwesenden 25 Geschäftsleute könne man keine einheitliche Regelung für alle in Friedrichsort treffen.
Auch über das Thema gemeinsames Marketing will der HGV mit den übrigen Geschäftsleuten im Stadtteil noch einmal ausführlich diskutieren. Grunewald schlägt in seinem Vortrag ein professionelles Stadtmarketing vor. Das ist aber für die Friedrichsorter Geschäftsleute nicht wirklich finanzierbar. „Viele kleinere Geschäftsleute haben für große Werbung wahrscheinlich nicht das Geld“, befürchtet die HGV-Vorsitzende. Doch eben diese Werbung sei wichtig, um das Thema gemeinsame Ladenöffnungszeiten oder – wie ebenfalls angedacht – eine längere Geschäftsöffnung am Dienstag „in die Köpfe der Kunden zu bekommen“. Zu bedenken sei auch der Zeitfaktor: „Bis sich unser Engagement herumgesprochen hat und wir messbare Ergebnisse bekommen, wird das seine Zeit brauchen“, glaubt Petra Utermöhlen. Auch darüber müssten sich die Geschäftsleute bewusst sein. „Es geht nicht, dass wir zusammen lange Öffnungszeiten durchsetzen und nach drei Monaten mit wenigen Kunden fangen die Ersten wieder an, früher zu zumachen“, sagt sie. Eben über all diese Aspekte will der Verein noch einmal diskutieren.
Ein Anfang in der Zusammenarbeit ist während der Diskussionsrunde aber schon gelegt worden. „Wir würden gerne an drei Adventsamstagen eine gemeinsame Ladenöffnungszeit bis 18 Uhr hinbekommen“, nennt Petra Utermöhlen die Idee, die sich in der Diskussion herauskristallisiert hatte. Um dabei alle Geschäftsbetreiber mit ins Boot zu holen – auch hierbei müssen die Inhaber Kosten für Personal und gemeinsame Werbung abwägen – wird nun ein Arbeitskreis im Stadtteil von Tür zu Tür gehen und die Geschäftsleute über die gemeinsame Aktion zu informieren. „Wir hoffen, schon bald so viele  Zusagen zu ergattern, um die Aktion „langer Sonnabend in Friedrichsort“ starten zu können“, sagt Petra Utermöhlen.



HGV-Vorsitzende und Geschäftsfrau Petra Utermöhlen möchte in ihrem Reisebüro gerne drei Sonnabende vor Weihnachten ihre Kunden den ganzen Tag beraten. Die langen Sonnabende und gemeinsame Kernöffnungszeiten ab kommendem Jahr würde der HGV gerne mit allen Geschäftsbetreibern in Friedrichsort umsetzen, um für die Kunden eine Verlässlichkeit zu schaffen.

 

Infos über den Handels- und Gewerbeverein gibt es beim HGV Pries-Friedrichsort e.V., Zum Dänischen Wohld 23, 24159 Kiel.
Tel.:0431/39077
E-Mail: info@hgv-friedrichsort.de
Internet: www.hgv-friedrichsort.de
Der Stadtteil Pries-Friedrichsort im Internet: www.kiel-friedrichsort.de

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