Presseartikel



Gemeinsam Stärken des Stadtteils nutzen
Friedrichsorter Händler streben einheitliche Öffnungszeiten an
Kieler Nachrichten 10. November 2006

Von Frank Molter
Friedrichsort – Der Gesetzentwurf des schleswig-holsteinischen Landtags macht es möglich: Vermutlich schon ab dem 1. Dezember könnten Kieler Geschäftsleute ihre Läden rund um die Uhr öffnen. Höchste Zeit für den Handels- und Gewerbeverein Friedrichsort (HGV), über Auswirkungen und Entwicklungen im Stadtteil zu diskutieren.
Bevor die Friedrichsorter Geschäftsleute bei ihrem Treffen zur Sache kamen, sorgte Thomas Grunewald in der Runde zunächst einmal für lange Gesichter. Auf Einladung des HGV skizzierte der Unternehmensberater aus Dänischenhagen den Status quo des Einzelhandels in Deutschland und gab anhand einer Untersuchung einen Ausblick auf die Entwicklung bis zum Jahr 2015. Einen ernüchternden – auch für den Stadtteil Friedrichsort.
    „Ich würde gerne gute Laune verbreiten“, meinte Grunewald. „Aber die Botschaft ist leider bitterernst.“ Laut seiner verständlich vorgetragenen Ausführungen müsse sich der Handel aufgrund der immer älter und zahlenmäßig kleiner werdenden Gesellschaft schon jetzt auf die veränderten Ansprüche der Verbraucher einstellen. Neben immer höheren Wohn-Nebenkosten werde der Konsumverzicht auch wegen der Rücklagen für die Rentenzeit weiter steigen. Dadurch gewänne der Discount an immer mehr Zuwachs. „Nutzen sie die Stärken des Stadtteils, aber gemeinsam. Den verschobenen Verhältnissen können man nicht auf eigene Faust begegnen“, sagte er. „Das fängt bei gemeinsamen Öffnungszeiten und Werbung an.“ Ein professionelles Stadtmarketing könne dabei helfen, so Grunewald. Antwort der Anwesenden: Wer soll das bezahlen?
    Quintessenz des Abends: Bevor sich die Friedrichsorter Einzelhändler Gedanken über externe Hilfe machen wollen, wird zunächst eine Vereinheitlichung der Öffnungszeiten im Stadtteil angestrebt. Einige Läden schließen ihre Türen immer noch am Mittwochnachmittag. „Das kann nicht sein. Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Es kann nicht jeder aufmachen, wann er will. Der Kunde muss sicher sein können, dass alle gemeinsam beispielsweise von 9 bis 18 Uhr geöffnet haben“, sagte Petra Utermöhlen, seit wenigen Wochen HGV-Vorsitzende.
    Dazu sieht sich Reinigungsinhaberin Christina Lister nicht in der Lage. „Mir fehlt das Personal. Außerdem rechnet sich das nicht, wenn ich Mittwoch fünf Stunden länger aufhabe, am Ende aber nur 15 Euro mehr in der Kasse.“ Fischhändler Reinhard Schmidt sprach sich grundsätzlich zwar für eine gemeinsame Öffnungszeit aus. Allerdings monierte er das mangelnde Interesse an der Diskussionsrunde. „Wie wollen wir ein Gesamtkonzept planen, wenn von 102 Eingeladenen nur 25 erscheinen?“, fragte er. „Wir müssen erst einmal damit beginnen, alle zu mobilisieren.“
    Damit wollen Michaela Möller und Alexandra Zychski von „Michi’s Hairshop“ gleich in den nächsten Tagen beginnen. „Auch als Nichtmitglied im HGV fanden wir die Gesprächsrunde sehr informativ und wichtig. Aber die Resonanz war schlecht. Deshalb werden wir nun versuchen, mehr Geschäftsleute für die Sache zu gewinnen“, sagten die beiden Frauen. Zur Organisation des Verkaufs an den Adventssonnabenden rief der HGV schon einmal einen Arbeitskreis ins Leben.




Petra Utermöhlen (kleines Bild) ist Inhaberin des Reisebüros „Holiday Land“ und seit wenigen Wochen Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins Pries-Friedrichsort. Auch die Kunden in Friedrichsort wünschen sich einheitliche Öffnungszeiten der ansässigen Läden. Fotos mol

 

Infos über den Handels- und Gewerbeverein gibt es beim HGV Pries-Friedrichsort e.V., Zum Dänischen Wohld 23, 24159 Kiel.
Tel.:0431/39077
E-Mail: info@hgv-friedrichsort.de
Internet: www.hgv-friedrichsort.de
Der Stadtteil Pries-Friedrichsort im Internet: www.kiel-friedrichsort.de

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