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Rückkehr des langen Donnerstags
Kieler Nachrichten 17. Oktober 2006
Bei Freigabe der Ladenschlusszeiten wollen Innenstadt und CITTI-Park länger öffnen – IKEA geht noch weiter
Von Martina Drexler
Kiel – Kiels Geschäftsleute setzen auf den langen Donnerstag: Wenn der Landtag, wie erwartet, die Ladenschlusszeiten an Werktagen etwa Mitte Dezember freigibt, dann wollen Innenstadt und CITTI-Park mit einem abendlichen Einkaufsbummeltag gemeinsam Kunden auch von auswärts anlocken.
Michael Zeinert, Sprecher des Arbeitskreises Einzelhandel der Industrie- und Handelskammer, spricht von einem „schönen Zeichen neuer Geschlossenheit“: Die Einigung kam bei der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises zu Stande – endgültige Beschlüsse können jedoch erst nach Zustimmung von Betriebsräten wie bei den Karstadt-Häusern und der Mitglieder des Einkaufszentrums Sophienhof fallen. Im Ziel, sich einheitlich zu präsentieren, sei man sich aber einig, betonte Zeinert.
Die meisten Innenstadt-Kaufleute hoffen, an den Umsatzerfolg der früheren langen Donnerstage anknüpfen zu können. Der Dienstleistungsabend war gekippt worden, als es möglich wurde, an jedem Werktag bis 20 Uhr zu öffnen, sodass der Donnerstag den Nimbus des Besonderen verlor. Aus dem Grund hält Zeinert es für fraglich, ob sich die früheren Erfolge wieder einstellen, aber Kiel gewinne auf jeden Fall als Einzelhandelsstandort an Attraktivität.
Die Kiel-Marketing-Gesellschaft erhielt jetzt den Auftrag, bis November ein Grobkonzept einer Marketing-Kampagne und einen Finanzplan vorzulegen. Danach wollen die meisten Geschäfte in der Innenstadt ihre Kernzeiten von 9 Uhr bis 19 Uhr (Sophienhof 20 Uhr) beibehalten und am Donnerstag bis 21 Uhr öffnen, der CITTI-Park kündigte an, seine 80 Läden donnerstags erst um 22 Uhr statt wie an anderen Tagen um 20 Uhr zu schließen.
Am weitesten geht jedoch das schwedische Möbelhaus Ikea: Kippt das Ladenschlussgesetz, will der Konzern Verbraucher montags bis donnerstags bis um 21 Uhr empfangen, freitags und sonnabends sogar bis 22 Uhr. Die Mitarbeiter müssen jedoch weiterhin bereits um 9.30 Uhr antreten. Wenn die Kunden die neuen Zeiten annehmen, dann werde man mehr Leute einstellen müssen, erklärte Ikea-Geschäftsführer Dirk Nagel.
Das Interesse der Nachbarn an abendlichen Kundenströmen ist den Schweden gewiss: Der CITTI-Park erklärte, nicht gleich nachzuziehen, sondern abzuwägen, ob sich der Kostenaufwand lohne. Ähnlich argumentiert auch die Handelskette Coop, der Plaza nahe Ikea angeschlossen ist: Man wolle kein Vorreiter in Sachen längerer Öffnungszeiten sein und die Entwicklung abwarten, bevor man sich positioniere.
Auch bei der Interessengemeinschaft „Die Holtenauer“ heißt die Devise erst einmal beobachten, während sich der Handels- und Gewerbeverein Pries/Friedrichsort bereits klar entschieden hat – und zwar angesichts der Signale aus der Innenstadt und von CITTI gegen einen langen Donnerstag.
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IKEA-Kunden sollen montags bis donnerstags bis um 21 Uhr, freitags und sonnabends sogar bis 22 Uhr einkaufen können.Foto ddp
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Infos über den Handels- und Gewerbeverein gibt es
beim HGV Pries-Friedrichsort e.V., Zum Dänischen Wohld 23, 24159
Kiel.
E-Mail: info@hgv-friedrichsort.de
Internet: www.hgv-friedrichsort.de
Der Stadtteil Pries-Friedrichsort im Internet: www.kiel-friedrichsort.de
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