| „Der Handels- und Gewerbeverein Pries-Friedrichsort e.V. befindet sich mit seiner Arbeit auf dem richtigen Weg!“, sagt Vorsitzender Peter Scholtysik mit einem feinen Lächeln im Gesicht. Rückendeckung bekommt der Vorstand von fachlicher Seite: von der Universität Dortmund, genauer gesagt von Studenten der Fakultät Raumplanung. Die haben sich in ihrem Abschlussbericht für das F-Projekt 11 2004/2005 um das „Verkehrssystem Kiel – Fit für die Zukunft?! Schrumpfung und ihre Auswirkungen“ gekümmert. Fokus des Projektes war unter anderem Friedrichsort und damit die Arbeit des Handels- und Gewerbevereins.
„Den Bericht habe ich im Internet gefunden“, sagt Scholtysik. Herausgegeben wurde er im Januar 2006, ist also hoch aktuell. „Die Studenten haben bei ihren Untersuchungen das Augenmerk auf Kieler Nebenzentren wie Mettenhof, Gaarden, Holtenau und eben Friedrichsort gelegt“, sagt der HGV-Vorsitzende.
Ganz konkret geht es in der Arbeit um den Bevölkerungsrückgang (unter anderem durch Stadt-Umland-Wanderung) und die Auswirkungen auf den Verkehr: Wie lässt sich, wenn die Einwohnerzahlen sinken und damit auch die Einnahmen, dennoch funktionsfähiges und finanzierbares Verkehrssystem gestalten, war die Frage, die sich die Studenten gestellt hatten. Trotz sinkender Zahlen sei dennoch die Verkehrsbelastung hoch.
Die Untersuchungen dazu wurden unter anderem in Friedrichsort (als ein Nebenzentrum) gemacht, sagt Scholtysik nach dem Studium der 210-Seiten-starken Fach-Lektüre. Den Studenten geht es in ihrer Betrachtung zwar hauptsächlich um eine ausgeglichene Verteilung der Kosten zwischen Umland-Gemeinden (Einwohner lassen die Steuern im Umland, Straßenreinigung muss aber im Zentrum wegen der Besucher teuer bezahlt werden) und Zentrum, um Sicherung der Erreichbarkeit von Zentren (besonders für Ältere), Vermeidung von Barrieren und der Einbeziehung des demografischen Wandels in die Stadtplanung und das Stadtmarketing. Sie sehen in einem Punkt aber auch die Notwendigkeit, die Zentren als Identitätsträger zu stärken. Und hier kommt der HGV ins Spiel
„Unsere Arbeit wird in dem Bericht als sehr positiv dargestellt“, sagt Scholtysik. Dass der Handels- und Gewerbeverein versucht, dass Image des Stadtteils über die Grenzen Kiels hinaus zu stärken und zu positionieren, wird ebenso gesehen, wie die Bemühungen, eine Vielfalt an Geschäften im Zentrum zu halten. „Wir sind zwar nur Nebenzentrum, haben aber dennoch eine Zentrale Funktion und ein großes Einzugsgebiet.“ Ebenso positiv wurde der Gedanke, dem Einkaufszentrum einen Namen zu geben – und damit ein Image – aufgefasst. „Es gibt aber auch Handlungsempfehlungen“, sagt Scholtysik. So sollte, laut der Studenten, Friedrichsort sein maritimes Potential stärken. „Die tolle Lage am Wasser muss noch stärker als Attraktivitätssteigerung ausgebaut werden“, heißt es. „Das ist die Botschaft, die ich seit zwei Jahren predige“, sagt Scholtysik mit leichtem Seufzen.
Im HGV soll nun der Bericht ausgewertet und besprochen werden. Als erste Aufgabe nach den ereignisreichen Sommermonaten hat sich der Vorsitzende das Thema „Namensgebung des Einkaufszentrums“ auf die Fahnen geschrieben. „Wir müssen die Diskussion wieder anschieben“, sagt er. „Es kann nicht sein, dass der Ortsbeirat das Projekt kippt, weil ihm der Name nicht gefällt, aber keinerlei weiteren Vorschlag macht und – wie jetzt – die Namensgebung und geplante Beschilderung einschlafen lässt“, ärgert sich der Vorsitzende.
Infos über den Handels- und Gewerbeverein gibt es
beim HGV Pries-Friedrichsort e.V., Brammerkamp 6, 24159
Kiel.
E-Mail:
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Internet: www.hgv-friedrichsort.de
Der Stadtteil Pries-Friedrichsort im Internet: www.kiel-friedrichsort.de
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