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Weiter Streit um das Leuchtturmwärterhäuschen
– Vorwürfe gegen Bürgermeister Todeskino
Von Carola Jeschke
Friedrichsort
– Wer gehofft hatte, mit Bekanntgabe der neuen Pächter
hätte das Gerangel um die künftige Nutzung des
Leuchtturmwärterhäuschens am Falckensteiner
Strand (wie berichtet) endlich ein Ende gefunden, der
wurde bei der Sitzung des Ortsbeirates Pries/Friedrichsort
eines Besseren belehrt.
Zwar bleibt es bei dem geplanten Konzept, doch als einer
der beiden Pächter, Peter Tack, in einem Nebensatz
den Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung erwähnte,
war die Empörung im Raum greifbar. Denn Baudezernent
Peter Todeskino hatte bei seinem Besuch in der Novembersitzung
noch von „laufenden Verhandlungen“ und „dringender
Chefsache“ gesprochen, als der Vertrag längst
in trockenen Tüchern gewesen sein muss.
Für die Ortsbeiratsmitglieder, die sofort das Protokoll
der vergangenen Sitzung hervor holten, ist das unverzeihlich.
„Wir werden hier zwei Jahre lang verschaukelt“,
empörte sich Peter Scholtysik und äußerte
seine Befürchtung, dass der Ortsbeirat auch beim
Verkauf der Festung „vor vollendete Tatsachen“
gestellt werde, da die Stadt durch die KiWi zum Käuferkonsortium
gehöre. Der Vorsitzende, Gerhard Schorner, kündigte
sogleich an, für Oberbürgermeisterin Angelika
Volquartz „etwas zu formulieren, dass sich mit Sicherheit
nicht gut liest“.
Dabei hatte Pächter Peter Tack eigentlich über
das Konzept und seine Macher informieren wollen. Ausdrücklich
wandte er sich an Christine Becker, die am Ende ihres
kräftezehrenden Hürdenlaufs durch die städtischen
Ämter eine plötzliche und für sie bis heute
unverständliche Absage erhalten hatte: „Tut
mir Leid für Sie, Frau Becker.“ Seit 1. November
sei er nun rechtmäßiger Pächter. Da wurde
es unruhig im Raum und Peter Scholtysik stellte fest:
„Am 2. November war Todeskino bei uns und versicherte
uns, die Verhandlungen liefen noch.“
Peter Tack sah sich mit dem Vorwurf konfrontiert, an besagtem
Abend nicht Klartext gesprochen zu haben. „Ich wollte
dem Dezernenten nicht in den Rücken fallen“,
begründete er sein Schweigen. Das Vertrauen des Ortsbeirates
sei erheblich geschädigt und das Verhalten Todeskinos
sei nicht hinzunehmen, fasste Gerhard Schorner zusammen.
Erstaunt nahm Peter Todeskino gestern die Vorwürfe
gegen ihn zur Kenntnis. Von schlechter Vorbereitung oder
gar einer Verschleierungstaktik könne nicht die Rede
sein. Auch wenn er „möglicherweise nicht über
den genauen Tag der Vertragsunterzeichnung informiert“
gewesen sei, so sei der gesamte Vorgang doch stets über
seinen Schreibtisch gelaufen. „Mit Chefsache meinte
ich natürlich auch den Vertrag“, betonte der
Baudezernent. Nach verwaltungsinternen Recherchen bekräftigte
auch Stadtpressesprecher Tim Holborn, dass die Information
über den Vertragsabschluss erst einige Tage später
bei Todeskino angekommen sei. „So etwas dauert manchmal
länger und Herr Todeskino hat sich damals in bester
Absicht vor die Bürger gestellt, um zu zeigen, dass
er sich kümmert.“
Am Ende einer langen und lebhaften Sitzung hatte der Ortsbeirat
noch zwei Anträge für die Ratsversammlung am
15. und 16. Dezember formuliert. Darin fordert er die
künftige Beteiligung des Vorsitzenden in allen Gremien
sowie Unterstützung seitens der Stadt für die
Gründung einer Stiftung, die das öffentliche
Interesse an der kulturhistorisch bedeutsamen Festung
Friedrichsort wahrt.
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