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Namensfindung vorläufig
erfolglos
Kiel Nord, 24. November 2005
Friedrichsort.
Zwei Jahre lang wurde nach eingängigen Namen für
das Zentrum Pries gesucht, wurden auch die Friedrichsorter
um Anregungen und Namensfindungen gebeten. 160 Vorschläge
konnte der Handels- und Gewerbeverein Friedrichsort verzeichnen.
Aber schon 20 Jahre lang dauern die Bemühungen, dem
Stadtteilzentrum einen markigen und eingängigen Namen
zu geben. Denn schließlich ging es aktuell nicht
zuletzt darum, neue Schilder aufzustellen, die eindeutig
den Weg zum nördlichen Zentrum weisen sollten. Aber
auch das favorisierte Port-Zentrum wurde nach aufwändiger
Suche und etlichen Diskussionen zu den Akten gelegt. Der
Grund: Der Friedrichsorter Ortsbeirat war mit dem favorisierten
Namen Port-Zentrum nicht einverstanden. Die Begründung
des Ortsbeirates für eine Absage an das Port-Zentrum:
Die Kieler seien mit dem Namen überfordert. Ein Ortsbeiratsmitglied
habe einen Taxifahrer gefragt, wohin er ihn fahren würde,
wenn er zum Port-Zentrum wollte. Antwort des Taxifahrers:
„Ich würde Sie zum Rotlichtviertel fahren.“
Dieses Argument ist für Scholtysik, insbesondere
nach der langen Vorarbeit, absolut nicht schlüssig.
Schließlich gehe es doch darum, auf den Wirtschaftsstandort
hin zu weisen, die wirtschaftlichen Potentiale Friedrichsorts
zu betonen, so lange sie noch in dieser Vielfalt vorhanden
sind. Denn: Auch in Friedrichsort mehren sich die Leerstände,
befürchten die Friedrichsorter, dass es ihrem Stadtteil
einmal so ergeht wie etwa Holtenau, das in den vergangenen
Jahren erheblich an Attraktivität für verschiedene
Gewerbetreibende verloren hat. Wie dem auch sei: Erstmal
liegen die Pläne für einen neuen Namen auf Eis.
Auch Gespräche mit Tiefbauamt und Kieler Bürgermeister
kamen nur zu dem Ergebnis, dass die Stadtverwaltung nicht
die Absicht habe, den Einfluss des HGV höher zu bewerten
als den des Ortsbeirates.
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Foto
afe
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Rätselraten beherrscht wiederum die
Diskussion um die Zukunft des Leuchtturmwärterhäuschens
auf dem Deich beim Leuchtturm. Vor zwei Jahren wurde das
seit dem leer stehende Gebäude von der Stadt Kiel
gekauft. Einig waren sich alle darüber, dass man
zur Aufwertung des Strandbereichs einen gastronomischen
Betrieb einrichten wollte. Schon vor zwei Jahren verkündete
die Stadt, sie habe einen geeigneten Pächter gefunden,
die Verträge seien unterschriftsreif. Scholtysik:
„Die Pächterin hatte ein sehr gutes Konzept
vorgelegt, der Unterzeichnung hätte nichts mehr im
Weg stehen dürfen.“ Aber auch nach mehrmaligen
Nachfragen, auch in den Sitzungen des Ortsbeirates, hieß
es von Seiten der Stadt nur, dass man einen Pächter
gefunden habe und die Verträge unterschriftsreif
seien. Gleiches ließ Oberbürgermeisterin Angelika
Volquartz nach ihrem Gang durch die Stadtteile verlauten.
Auch eine gastronomische Überbrückung mit einem
Kiosk wurde in Erwägung gezogen. Auf der letzten
Sitzung des Ortsbeirates im September erklärte dann
ein Vertreter der Stadt, dass die vorgesehene Pächterin
„aus dem Rennen“ und damit abgelehnt worden
sei. Man habe aber einen neuen Pächter gefunden,
über den aber wenig mehr bekannt wurde, als das er
neuer Pächter sei. Scholtysik: „Es liegt alles
im Dunkeln und ist damit sehr unbefriedigend“. Denn
in Friedrichsort hege man die Befürchtung, dass wie
andernorts manche Sahnestücke des Stadtteils an Privatinvestoren
verkauft würden, ohne dass die Friedrichsorter über
geplante Vorgaben mit bestimmen könnten. Jetzt wird
befürchtet, dass den neuen Pächter des bisherigen
Leuchtturmdienstgebäudes in ein bis zwei Jahren das
gleiche Schicksal erteilt wie seine verhinderte Vorgängerin.
Es gibt aber auch Positives aus Friedrichsort zu berichten.
Seit drei Jahren wird das Stadtteilportal im Internet
rege benutzt. Ab 6. Dezember erwarten „virtuelle
Besucher“ ein völlig erneuertes Portal mit
modernem Design und besserer Übersichtlichkeit. Geschäfte
des Stadtteils werden mit Foto und Kontaktadresse vorgestellt.
In einem übersichtlichen Stadtplan kann ihr Standort
eingesehen werden. Eine umfangreiche Geschichte des nördlichen
Stadtteils gehört ebenso zum Angebot des erneuerten
Portals wie die Geschichte der Festung mit historischen
und aktuellen Fotos.
Ganz neu im Portal-Programm
ist auch eine Gewerberaum-Börse, mit der den Leerständen
gewerblicher Räume Paroli geboten werden soll. Bis
diese wieder Pächter gefunden haben, wird über
eine vorübergehende Nutzung nachgedacht. Möglich
wäre es, sie zeitweilig als Ausstellungsräume
zu nutzen oder auch als Depot für die Wochenend-Einkäufe.
Allerdings müsste man zuerst mit den Eigentümern
sprechen. Zu erreichen ist die Börse über www.gewerberaumboerse-kiel.de
PM
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