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Porträt Arnold Scho, Gründer des HGV in Friedrichsort
Kieler Anzeiger November 2005
Mit
ihm einen Termin zu machen, ist ein echtes zeitliches
Kunststück. Denn eigentlich gönnt sich Arnold
Scho kaum eine ruhige Minute. Der 70-Jährige jongliert
zwischen Familie, guten Büchern, Golfplatz und seinem
Engagement für Friedrichsort hin und her. Letzteres
ist seit seinem Zuzug 1965 aus Hamburg ungebrochen und
mündete 1983 in der Gründung des Handels- und
Gewerbevereins Pries-Friedrichsort
„Ich habe doch keinen Beruf mehr, ich habe doch
Zeit“, sagt Arnold Scho lachend ob seiner vielen
Aktivitäten. Heute hat er sich Zeit für ein
gemütliches Gespräch genommen – und macht
es sich am Tisch zwischen gut gefüllten Bücherregalen
– alle selbstgebaut – und dem Ausblick in
den „pflegeleichten“ Garten bequem. „Ich
habe mich schon immer gerne engagiert, aber nur wenn es
Sinn macht“, erzählt der groß gewachsene
Mann von sich selbst. Nach dem Umzug von Hamburg nach
Friedrichsort, als seine zwei Kinder noch klein waren,
war er Elternsprecher, der sich stark für die Schulwegsicherung
einsetzte. Später bekam die „Initiative für
ein Gymnasium nördlich des Kanals“ viel Platz
in seinem Terminkalender. „Das Gymnasium wurde dann
nicht in Friedrichsort, sondern in Altenholz gebaut“,
erinnert er sich. Und da es keine zwei Gymnasien so dich
beieinander geben sollte, machte sich Scho kurzerhand
zusammen mit anderen Eltern für die Integrierte Gesamtschule
in Friedrichsort stark. Die wurde dann schließlich
gebaut.
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Arnold
Scho im Garten: Der dient der Familie als Ort der Entspannung.
Denn "ein großer Gärtner bin ich nicht",
sagt der 70-jährige Gründer des Handels- und
Gewerbevereins Pries-Friedrichsort. Wichtig ist, das Grün
ist pflegeleicht.
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Auch im Gesprächskreis
Friedrichsort war und ist Scho aktiv. „Den haben
wir zusammen mit Pastor Heistermann, unserem damaligen
Vorsitzenden, gegründet“, erinnert er sich.
In dem „politisch freien Raum“ wurden und
werden heute noch unter anderem viele kulturelle Dinge
diskutiert und entschieden. Insbesondere die Umgestaltung
der Einkaufstraße 1985/86 in Friedrichsort ist der
Initiative des Kreises zu verdanken. Mit der Sanierung
der Gebäude wurde für die Geschäftswelt
eine ganz neue Basis gelegt. Inzwischen gilt der Stadtteil
als das Versorgungszentrum der umliegenden Stadtteile
und vieler Gemeinden.
„Durch den Gesprächskreis kamen auch zahlreiche
Stadtteilfeste zu Stande, an denen sich auch die Unternehmer
beteiligten“, weiß Scho, der damals die Deutsche
Bank in Friedrichsort geleitet hatte. Doch einen wirklichen
Zusammenhalt zwischen den vermeintlichen Konkurrenten
gab es nicht. Bis sich Scho zusammen mit ein paar Geschäftsleuten
für einen Verein stark machte: „Ich hatte bereits
zahlreiche Kontakte zu den Unternehmern“, hat sich
Scho für die Gründung des „Industrie-
und Gewerbeverbandes“ stark gemacht. „Mir
fiel auf, dass viele Kunden lieber in der City einkaufen
als in Friedrichsort“, erzählt Scho, der sich
als offenen Menschen versteht. Da ihm „Friedrichsort
am Herzen liegt“, wollte er genau dagegen etwas
tun – zusammen mit dem Verein. „Die Industrie
konnten wir mit unserem kleinen Haufen nicht überzeugen“,
erzählt Scho schmunzelnd. Deshalb hat sich der Verein
schließlich 1999 in „Handels- und Gewerbeverein
Pries-Friedrichsort“ umbenannt. Zehn Jahre lang
war Scho Vorsitzender – mit Ausnahmegenehmigung.
„Eigentlich soll ein selbstständiger Unternehmer
in unserem Verein den Vorsitz führen und ich war
damals ja nur Angestellter.“ Den Posten abgegeben
hatte er, weil er Jüngere mit frischen Ideen ans
Ruder lassen wollte. „Und das klappt zurzeit ja
sehr gut“, weiß der heute in Altenholz lebende
70-Jährige, denn ganz losgelassen hat ihn der HGV
nicht. Als Schriftführer und Beisitzer war und ist
er immer noch tätig. Trotz der Höhen und Tiefen
im Vereinsleben, für richtig und gut hält er
die Idee immer noch: „Es ist wichtig, ein Organ
zu haben, dass die Interessen der Geschäftsleute
vertritt, ob nun bei Bauanträgen oder für gemeinsame
Werbung oder um die Attraktivität des Standortes
gemeinsam zu steigern.“ In seiner Zeit als Vorsitzender
habe er sich allerdings etwas mehr Engagement seitens
der Mitglieder gewünscht. „Schließlich
sorgt der HGV mit seiner Arbeit mit fürs tägliche
Brot.“ Engagement kann der Vorstand immer noch gebrauchen.
Denn alleine die Ziele, die Arnold Scho mit „seinem“
Verein erreichen möchten, sind vielfältig. „Gemeinsame
Öffnungszeiten der Geschäfte wären für
die Kunden echter Service“, nennt er eins. Ein Marketingkonzept,
ähnlich wie der Sophienhof, bei dem die Geschäfte
je nach Umsatz eine Umlage für gemeinsame Werbung
in die Kasse geben, wäre ein Weiteres, das in den
nächsten Jahren zu diskutieren sein wird. Dafür
wird sich Scho auch weiterhin einsetzen. Auch wenn im
Terminkalender dann noch weniger Platz für Freizeit
bleibt.
Mehr über den Handels- und Gewerbeverein findet man
im Internet unter
www.hgv-friedrichsort.de
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