Zum Scholtysik'schen
Kommentar:
Lieber Herr Scholtysik, lieber Ortsbeirat.
Als ich den Vorschlag
"PORT" für das Einkaufszentrum gemacht habe, wurde mir
durch die Aushänge in den
Schaufenstern und den Aufruf in der Presse
suggeriert, dass dieses eine Ausschreibung
des HGV sei.
Offenbar ist es aber „die Politik“,
die hier maßgeblich beteiligt ist.
Wäre diese Tatsache etwas deutlicher
in ihrer Ausschreibung gewesen, hätte
ich mir die Mühe erspart eine
fundierte Namensfindung zu präsentieren.
Die Erfahrung hat mir mehr als
einmal gezeigt, dass Praktiker wie
Unternehmer, Handwerker und Arbeiter
allemal mehr zustande bringen, als
Theoretiker, die sehr wohl wissen,
wie man Geld ausgibt, aber mit eigener
Hände Arbeit noch nie einen Cent
Geld erwirtschaftet haben.
Leider ist es hierzulande
mittlerweile so, dass eben diese Praktiker durch
Vorschriften, Verordnungen, Erlasse
und Ergänzungen zu diesen bürokratischen
Knebeln nicht mehr in der Lage sind,
tatkräftig etwas fürs Allgemeinwohl zu
tun.
Jeder Unternehmer ist nur noch
bemüht, allen Vorschriften und Gesetzen
gerecht zu werden, also das über
seinem Kopf schwebende Schwert des Damokles
im Auge zu behalten, dabei
allerdings noch genug zu erwirtschaften um seinen
Betrieb mit allen daran hängenden
Arbeitsplätzen zu erhalten.
Damit ist gesichert, dass die
Entscheidungsgewalt über das Wohl unseres
Staates weiterhin aus einer Hand
kommt, nämlich aus der Hand der
Theoretiker.
Bürokratismus hat sich
unauslöschlich verselbständigt. Wer kennt den Weg
zurück?
Der Handwerker wüsste wie es geht,
der Unternehmer auch, aber diese beiden
haben keine Handhabe und Zeit haben
sie schon gar nicht, denn zunächst
einmal sind sie damit beschäftigt,
alle Steuergesetze zu studieren. Denn
wenn sie da einen Fehler machen,
schlägt der Staat unbarmherzig zurück.
Es gibt zwar niemanden in diesem
Staat, der das komplette Steuerrecht
beherrscht, aber von jedem
Unternehmer wird dies bedingungslos verlangt,
denn sein Steuerberater ist
lediglich Berater, aber haftbar ist weiterhin
der Idiot, der Geld durch Arbeit
erwirtschaftet.
Ich persönlich sehe da eine arge
Schieflage und eine passende Parallele zu
der derzeitigen Diskussion um einen
Namen für das Einkaufszentrum.
Die Politik weiß es rein theoretisch
besser und mischt sich schon deshalb
munter ein. Denn wen will man
haftbar machen, wenn "die Politik" etwas
vergeigt? Das war dann eben leider
nichts. Versuchen wir’s noch mal; Kostet
ja nicht unsere Kohle.
Wie Sie, Herr Scholtysik
so schön sagen: Auch die Politik auf kommunaler
Ebene tut alles, um Innovation und
wirtschaftliches Wachstum durch
klassisches Unternehmertum zu
verhindern. Unternehmer unternehmen etwas,
schaffen etwas Geldwertes
und schaffen auch Arbeitsplätze. Politik schafft
auch etwas, nämlich uns alle.
Möge die Weisheit in die Reihen
derer Einzug halten, die theoretisch ganz
genau und unfehlbar wissen wie’s
geht, dieses aber erfolgreich noch nie
selbst praktiziert haben.
(Jedem Politiker eine Pommesbude,
und wer nach einem Jahr Selbständigkeit
noch nicht pleite ist, darf weiter
Politik machen. Das, nur mal nebenbei,
wäre mein Vorschlag zu diesem
Thema.)
Sollte der dereinst ausgelobte Preis
für die Namensfindung trotz aller
widrigen Umstände dennoch an mich
ausgekehrt werden, so bitte ich schon
heute, diesen an die „Jugendabteilung
des Fahrten- und Yachtclub Ostsee“ als
Spende zu transferieren. Besser in
die praktische Jugendarbeit investiert
als in eine "rein
theoretisch" fähige Politik.
Fred Becker